Zollikon Zumikon

Unterschiedliche Handhabung mit Geschenk der ZKB

Soll eine Aufwertung erfahren: das Feuchtgebiet im Nesselbrunnen. (Bild: bms)

Zumikon kauft sich mit dem Geld aus der Jubiläumsdividende der ZKB einen neuen Flügel, investiert in die Natur und unterstützt Zukunftsprojekte. In Zollikon geht das Geld im ordentlichen Haushalt auf.

Dass Banken für positive Schlagzeilen sorgen, kommt in jüngster Zeit eher selten vor. Erfreuliches – zumindest für die Gemeinden – gab es jüngst aber von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zu vermelden. Anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums wird die Bank in diesem Jahr eine Sonderdividende von 150 Millionen Franken ausschütten: 100 Millionen sollen an den Kanton gehen, 50 Millionen erhalten die Gemeinden. Der Wunsch der Bank: dass das Geld in «spezielle, herausragende, ausserordentliche oder ungewöhnliche» Projekte investiert wird, wie die Bank bei der Ankündigung der Ausschüttung bekannt gab.

Doch was die Gemeinden effektiv mit der ZKB-Sonderdividende machen, fällt ganz unterschiedlich aus. Während einige von ihnen Sonderprojekte finanzieren, fliesst in anderen das Geschenk einfach ins Budget. So etwa in Zollikon, wo der Gemeinderat auf eine spezielle Zweckbindung verzichtet hat. In Zollikons Kasse fliessen 434 000 Franken. In Zumikon hingegen hatte die Behörde bereits im letzten Sommer entschieden, das Geld für besondere Projekte in den drei Themenbereichen Kinder und Jugend, Naturschutz sowie Zukunftsprojekte einzusetzen. Nun liegen die konkreten Projekte vor, in welche die knapp 170 000 Franken einfliessen, die Zumikon erhalten wird.

Ein neuer und ein alter Flügel

Die Verantwortlichen der Musikschule verkündeten kürzlich freudvoll auf ihrer Facebook-Seite, sie dürften sich für den Singsaal Farlifang einen neuen Konzertflügel im Wert von maximal 60 000 Franken beschaffen.

«Der Konzertflügel im Singsaal Farlifang hätte schon vor längerer Zeit ersetzt werden sollen», erläutert Musikschulleiter Moritz Baltzer auf Nachfrage. Zwar sei das Instrument schön, für ambitionierte Schülerinnen und Schüler klanglich und technisch aber nicht mehr genügend. Es sei ein Beitrag an die Sparmassnahmen der Gemeinde gewesen, dass der Flügel bis anhin nicht ersetzt worden sei. Nun wird ein neues Instrument gekauft. Der bisherige Konzertflügel soll aber im Singsaal verbleiben, wie Moritz Blatzer erklärt. «Dann können auch achthändige Stücke aufgeführt werden», freut sich der Musikschulleiter.

Aufwertung öffentlicher Plätze

Ebenfalls maximal 60 000 Franken werden für eine Aufwertung des Geländes im Nesselbrunnen und bei der Parkanlage Rosenegg eingesetzt. «Kaum jemand in Zumikon kennt diese Plätze, was für eine Aufwertung spricht», sagt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. Zwischen der Badi Juch und dem Parkplatz im Nesselbrunnen befindet sich ein Feuchtgebiet, in welchem beispielsweise ein Weiher angelegt werden könnte. Die Parkanlage Rosenegg ist eine kleine Wiese an der Ecke zwischen Dorfstrasse und Geissacher. Als in Zumikon eine Verlegung der Busroute diskutiert wurde, rückte dieser Platz als möglicher Wendeplatz in den Fokus. «Jetzt steht da zwar eine Bank, aber zurzeit ist ­diese Wiese weder Fisch noch Vogel», erklärt der Gemeindeschreiber. Das soll nun geändert werden. Beide ­Projekte werden in den nächsten Wochen angegangen. Die restlichen 50 000 Franken sollen in Zukunftsprojekte fliessen. Denkbar wäre es, die Schaffung eines Gemeinschaftsbüros (Coworking-Space) im Dorfzentrum zu unterstützen. «Das Projekt ist aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass wir eine definitive Investition zusagen könnten», erläutert Thomas Kauflin. Sollten die Gelder im aktuellen Jahr nicht vollständig ausgeschöpft werden, könnte der Gemeinderat auch neue Projekte damit unterstützen. Ende 2020 nicht verwendete Gelder aus der Jubiläums-Ausschüttung werden der Erfolgsrechnung gutgeschrieben. (mmw/bms)

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