Zollikon Zumikon

Ein Goldküsten-Ausflug in das reiche Hamburg

Wenn drei Dutzend Reiselustige aus Zollikon, Zumikon und Umgebung sich in der ohnehin belasteten Vorweihnachtszeit auf den Weg machen, das kulturell reiche Hamburg zu besuchen, darf davon ausgegangen werden, es werde etwas Besonderes geboten. Ein Reisebericht über die erste Zolliker-Zumiker-Bote-Leserreise nach Hamburg von Klaus J. Stöhlker.

Genau dies war der Fall, handelte es sich doch um eine viertägige Pionierreise, die auf einer ldee von Claudia Eberle-Fröhlich beruhte, der Verlegerin des Zolliker Zumiker Boten. Hamburg im November, das bedeutet doch Regen, Nebel und starker Wind? Nichts davon war der Fall. Vielmehr begrüsste uns dort, nach einem kurzen Flug mit der Swiss, ein mildes Novemberwetter, wo am Ende sich auch die Sonne zeigte.

Dies aber war es nicht, was die Zolliker, Zumiker und einige Gäste aus Zürich und Luzern nach Norden lockte. Die Attraktionen hiessen Elbphilharmonie, das neue Wahrzeichen der Hansestadt, Hamburger Oper mit Rolando Villazon als Tenor und Kent Nagano am Dirigentenpult und die Hamburger Kunsthalle, eines der grossen Häuser alter und moderner Kunst in Deutschland.

Kulturreisen sind den Zollikern und Zumikern bis zum Überdruss bekannt. Deshalb waren es die an dieser Stelle erwähnenswerten Zutaten, die den vorweihnachtlichen Ausflug zum nahezu vollendeten Genuss werden liessen. Es waren vor allem die Menschen als Teilnehmer, die in seltener Harmonie vier Tage miteinander ein Erlebnis schufen, und es waren Menschen, die als Dienstleister jene Erwartungen erfüllten, die man als verwöhnter Gross-Zürcher erwartet.

Ein solcher Glücksfall war die Reiseleiterin Rita Brühwiler, die in bester alter Swissair-Schule ihre «Passagiere» verwöhnte. Sie wurde von ihrem obersten Chef begleitet und kontrolliert, Claudio Cesarano, dem CEO der Media Touristik AG in Zürich, welche die Reise der Zolliker und Zumiker ausgerichtet hatte.

Weitere solche Glücksfälle waren die Stadtführer in Hamburg, promovierte und lebendig-intelligente Begleiter durch die 1,8-Millionen-Metropole, die sich in einem stürmischen Aufschwung befindet.

Hamburg, so entdeckten die Goldküstenbewohner, hat mit der Zürichsee-Region vieles gemeinsam: das Licht, das Wasser, den Wohlstand bis hin zum Reichtum. Die weissen Villen der sehr reichen Hamburger ziehen sich an der Elbe entlang. Dort hat auch der in Schindellegi wohnhafte Klaus-Michael Kühne für 700 Millionen Euro das Hotel «The Fontenay» für sich und seine Gäste bauen lassen. Das ist eine alte Hamburger Tradition: Man hat nicht nur Schiffe und kaufmännisches Geschick, sondern baut seiner Heimatstadt auch eine passende Unterkunft von globalem Rang.

Zollikon und Zumikon sind, mit Hamburg verglichen, reiche Vorortsgemeinden, die den Vorteil haben, steuerlich weitgehend unabhängig zu sein. Dies ist den Hamburgern nicht vergönnt.

Die von Herzog & de Meuron, zwei Baslern, gebaute Elbphilharmonie, dort liebevoll «Elphi» genannt, zählt zu den neuen Weltwundern. Es ist ein 110 Meter hoher Bau von hoher Delikatesse inmitten der Elbe, ein Wahrzeichen Hamburgs, Deutschlands und Europas. Zürich darf sich glücklich schätzen, den Ausbau des Kunsthauses gewagt zu haben und eine neue Tonhalle erwarten zu dürfen, wären wir sonst doch, auch im Vergleich zu Basel, provinziell geworden.

Drei Dutzend glückliche Teilnehmende, glücklich nicht zuletzt deshalb, weil diese grosse Reiseleistung auch zu einem sehr vorteilhaften Tarif erfolgte, trafen wieder in Zürich ein. Claudia Eberle-Fröhlich kündigte Neuauflagen ihrer Kulturreise an. Bekanntlich ist für den Autor das Verfassen des zweiten Romans am schwierigsten, aber wir dürfen neugierig sein. (e)

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