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Sirup statt Sekt

In der Galerie Milchhütte zeigten die jungen Teilnehmer des Kindermalkurses ihre Werke.

Normalerweise hängen in der Galerie Milchhütte ja Werke grosser Künstler. Vergangene Woche aber war sie ganz für kleine Künstler reserviert: Der Kindermalkurs des Freizeitzentrums hatte zur Vernissage geladen. Und der Nachmittag wurde zu einer Art «Artist at Work»-Produktion. Einige der Mädchen und Jungs sassen noch auf dem Boden und an Staffeleien und brachten noch schnell einige Kunstwerke zur Endversion.

Die beiden Räume sind schon für einen einzigen Ausstellenden klein. Wenn aber eine ganze Gruppe zeigen will, was sie erarbeitet hat, wird es sehr eng. Und so hatte Kursleiterin Natalia Wüst die Bilder so eng wie irgendwie möglich an die Wände gehängt. Es ging vor allem tierisch zu. «Kinder lieben es, Tiere zu malen. Ich habe vor einigen Jahren einmal Gegenstände und Stillleben zum Abmalen präsentiert. Das kam nicht gut an. Wenn ich einen Teddybären da hinstelle, sieht es anders aus», erläutert die Mallehrerin. Und so versucht auch die kleine Veronique gerade, einen Pinguin aufs Papier zu bannen. Die Umrisse sind schon klar erkennbar. Eigentlich sollte ja nur die grosse Schwester Victoria in den Malkurs gehen. Aber der Vierjährigen gefiel es so gut, dass sie auch mitmalen wollte. «Sie ist das jüngste Kind im Kurs, aber macht schon tolle Fortschritte», lobt Natalia Wüst. Ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Pinguinen hat auch Lilly schon gemacht. «Wir waren in Argentinien, da sind die frei um mich herumgelaufen», erzähltdie Achtjährige, bevor sie sich wieder wieder ihrer Staffelei und zwei Flamingos widmet.

Angst vor hässlichen Gesichtern

Die siebenjährige Victoria sagt sofort, dass sie am allerliebsten Tiere malt. «Hunde und Tiger und Katzen», zählt sie auf und fährt fort mit «Vögel und Rössli». Aktuell versucht sie sich an einem Hund mit buntem Rucksack. «Der geht nämlich in die Schule», erläutert sie mit ernstem Gesicht. Ist ja klar. Wohin sollen Hunde auch sonst gehen? Da die Leidenschaft für die tierische Welt so gross ist, hat Natalia Wüst einen besonderen Versuch unternommen: Sie hat die Mädchen und Jungs Comics zeichnen und malen lassen. Völlig überspitzt starren da zum Beispiel zwei Eulen von der Wand.

Viele der Kinder, die zu ihr kämen, könnten kaum figürlich malen. Da seien die Bilder allesamt abstrakt, schildert Natalia Wüst. Da gelte es erst mal langsam die Figuren zu studieren, sich zu üben. An Porträts würden sich auch die wenigsten wagen. «Sie haben Angst davor, dass ein hässliches Gesicht entsteht.» Zu den Teilnehmerinnen des Kurses zählt auch die zwölfjährige Tochter von Natalia Wüst. Geübt schnappt sie sich Palette und ­Acrylfarben und konzentriert sich trotz des Gewimmels um sie herum ganz auf ihr neues Werk. «Ich liebe Wasser- und Acrylfarben. Die sind einfach so energisch.»

Um das Gewusel der Vernissage etwas zu dämpfen, läuft im Hintergrund klassische Musik, die dem Nachmittag eine spannende Ernsthaftigkeit verleiht. Daran ändern auch die Gummibärchen auf dem Apéro-Buffet nichts. (bms)

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