Zollikon

Verleihung des Kunstpreises für Foto-Arbeiten

In gut zwei Wochen findet die Preisver­leihung des Kunst­preises Zollikon aus der Dr. K. & H. Hintermeister-Gyger Stiftung statt. Turnusgemäss wird der Preis dieses Jahr in der Sparte ­Bildende Kunst verliehen.

In diesem Jahr ­zeichnet der Kunstpreis Zollikon fotografisches Kunstschaffen aus. ­Cécile Wick erhält den mit 10’000 Franken dotierten Hauptpreis. Die ehemalige Professorin für Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste stellt regelmässig im In- und Ausland aus. Der mit 5000 Franken dotierte Förderpreis geht an Andrin Winteler, der nach seiner Ausbildung zum Fotografen Kunst und Medien an der Zürcher Hochschule der Künste studierte.

Die 1954 geborene Zürcher Künstlerin Cécile Wick wandte sich nach einem Studium der Kunstgeschichte und der Literatur dem Medium Fotografie zu. Seit gut zehn Jahren ergänzt sie ihr fotografisches Kunstschaffen mit fernöstlich anmutenden Tuschzeichnungen. Ihre fotografischen Arbeiten zeigen oft natürliche oder urbane Strukturen und Texturen und haben nicht selten einen gemäldeartigen Charakter, der an die frühe Fotografie erinnert.

Inspiriert von den Effekten des Lichtdrucks, erscheint das hier abgedruckte Bild auf den ersten Blick schwarz und weiss. Erst beim näheren Betrachten zeigen sich Farbtöne. Das sanfte Rosa der Blütenpracht und das zarte Grün der spriessenden Blätter des Kirschbaums werden sichtbar. Cécile Wick ist in ihrer Arbeit experimentierfreudig, stimmt Sujet, Farben, Drucktechnik und Papier jedoch so präzis aufeinander ab, dass eine Atmosphäre entsteht, die eine innere Ruhe versprüht. An der Preisverleihung wird der Kunsthistoriker Dr. Martin Stegmann die Laudatio für Cécile Wick halten.

Der 1986 in Schaffhausen geborene Andrin Winteler lebt und arbeitet gegenwärtig in Zürich. Ein Kernthema seiner Arbeit ist das Verfremden von gängigen Sehgewohnheiten. Für seine Arbeit «MONUMENT» fotografierte er Gesteinsformationen und Landschaften, sowie einschlägige Attraktionen in Nationalparks an der Westküste der USA. Winteler arrangiert die Bilder neu: Die Strasse verläuft nun klarer definiert und zackig durch die Steppe. Der Mittelstreifen hingegen wirkt, als ob er in der Hitze schmelzen und sich auflösen würde. Weggeschnitten oder hineinkopiert hat Andrin Winteler dabei nichts, sämtliche Verfremdungseffekte entstanden durch die Verschiebung von Pixeln. Durch seine Bildbearbeitung wird das Spannungsverhältnis von Natur und Mensch auf unkonventionelle Weise in seinen Fotografien sichtbar. Die Laudatio für Andrin Winteler wird der Theaterschaffende Lukas Roth halten.

Musikalisch wird die Preisverleihung von Maki Wiederkehr am Klavier und Pablo Barragán an der Klarinette begleitet. Die Pianistin ist in Zollikon bereits bekannt, als Mitglied des Trio Rafale hat sie 2016 den Förderpreis erhalten. Vom 31. Oktober bis zum 10. November 2019 zeigen Cécile Wick und Andrin Winteler im Rahmen einer Ausstellung in der Villa Meier-­Severini in Zollikon eine Auswahl ihrer Werke.
 

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