Zollikon Zumikon

Vorsicht vor verbrannten Pfoten

Zwei lokale Tierärztinnen geben Tipps, wie sich Haustiere vor der Hitze schützen lassen.

In den vergangenen Tagen war oft von ­einer «Affenhitze» die Rede. Mag sein, dass Affen diese Temperaturen mögen, die meisten unserer Haustiere jedoch nicht. Damit diese unter dieser Hitzewelle – und ­denen, die noch kommen – nicht leiden, müssen einige Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden. Grundsätzlich gilt natürlich: immer ausreichend Wasser bereitstellen. So wie Menschen auch, verbrauchen Hunde, Katzen, Hamster bei diesem Wetter mehr Flüssigkeit. «Bei Hunden ist zu beachten, dass man nur in den Randzeiten – am Abend oder Morgen – mit ihnen spazieren geht», unterstreicht ­Claudia Nett, Tierärztin aus Zollikon. Die Mittagshitze sollte grundsätzlich gemieden werden und auch der Gang über heissen Asphalt. «Die Tiere können sich nicht nur die Pfoten verbrennen, auch die Abstrahlung der Hitze ist schon ein Problem», führt die in Zumikon praktizierende Ärztin weiter aus. Noch problematischer werde es für kurzatmige Hunde wie Möpse, die zurzeit sehr in Mode sind. «Und auch ältere Tiere müssen besonders geschont werden.» Wovon Claudia Nett ebenfalls abrät: vom Gang zum See, um das Stöckchen zu werfen. «Das ist für den Hund Sport, und er kann dabei ebenso über­hitzen wie an Land», sagt sie. Von sogenannten Schuhen gegen verbrannte Pfoten rät die Veterinärmedizinerin ab. Das sei überflüssig, wenn Herrchen oder Frauchen sich an die anderen Regeln halten.

Wie Hunde kühlen

Das unterstreicht auch Michele ­Stengard, Tierärztin aus Zumikon. Frauchen oder Herrchen müssten einfach die Spaziergänge den Gegebenheiten anpassen. Sie rät, den Hund gut zu beobachten, um sofort eine Überhitzung wahrzunehmen. Erstes Anzeichen sei ein übermässiges Hecheln, leichtes Schwanken und auch Orientierungslosigkeit. Die Körpertemperatur dürfe 39 Grad Celsius nicht übersteigen. Bei leichtem Fieber könnten feuchte Tücher helfen. «Aber bitte kein Wasser in das Maul spritzen, das könnte in die Lunge geraten», erklärt die Medizinerin, die an der Uni Bern arbeitet. Auch sollten die feuchten Tücher nicht zu kalt sein. Das könne einen Schock provozieren. Sie mahnt auch, Tiere nicht – auch nicht kurz – im Auto zu lassen. «Schon bei 21 Grad Aussentemperatur kann es im Wagen schnell heiss werden. Da helfen auch keine geöffneten Fenster.»

Ausreichend Schatten

Manche Halter von Kleintieren wie Hamstern, Kaninchen oder Meerschweinchen neigen dazu, bei tropischen Temperaturen Ventilatoren aufzustellen, um für frischen Wind zu sorgen. «Auf gar keinen Fall», so die Tierärztin, «die empfindlichen Augen würden so etwas gar nicht mögen.» Wichtig sei bei Kleintieren, dass sie ausreichend Schatten haben und die Möglichkeit, sich einzubuddeln. Das reiche völlig aus. Claudia Nett hat selber nicht nur zwei Hunde und jede Menge Schildkröten. Sie hält auch mehrere ­Leguane. Und die geniessen diese Temperaturen. «Das tut denen sichtlich gut. Und ich spare Terrariumkosten», lacht die Zollikerin. (bms)

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