Zollikon

Das Zolliker Gewerbe präsentiert sich

OK-Präsident Jürg Widmer (links) mit seinem Team: Christian Bonnot, Roman Ribi, Werner Guidi, Flavio Sibold, Andy Tschopp, Monique Widmer, Christina Stamm, Claudia Eberle-Fröhlich und Jeannine Meili (von hinten nach vorne rechts). (Bild: mmw)

In zwei Wochen öffnet die «ZolliGala» ihre Türen: Zollikons Gewerbeausstellung wird ein Dorffest für die gesamte Bevölkerung.

Aus 5 Jahren wurden 25: Die letzte Zolliker Gewerbeausstellung fand 1994 statt mit dem Ziel, sich alle fünf Jahre zu wiederholen. «Gut Ding will halt Weile haben», lacht Jürg Widmer, OK-Präsident der diesjährigen ZolliGala, die in zwei Wochen im Gewerbezentrum über die Bühne gehen wird. An der letztmaligen Gewerbeausstellung war er als Bauchef ebenfalls im Organisationskomitee mit dabei, genauso wie der dieses Jahr für Werbung und das Sponsoring zuständige Werner Guidi. «Vieles hat sich in diesen 25 Jahren verändert», weiss Jürg Widmer zu berichten, und der erste Seufzer lässt nicht lange auf sich warten. «Vieles ist komplizierter geworden.»

Gleich wie vor 25 Jahren präsentiert sich die ZolliGala, die aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums des Gewerbevereins Zollikon entstanden ist, aber nicht präsentieren, ist der Standort dieses Jahr doch ein gänzlich anderer: Gewerbezentrum statt Dorfplatz, ein grosses Messegelände mit mehreren Zelten anstelle eines grossen. Und dass die diesjährige ZolliGala mehr als nur eine Gewerbeausstellung werden wird, sagte der OK-Präsident bereits vor einem Jahr, als er die Pläne der dreitägigen Ausstellung das erste Mal den Gewerbetreibenden vorstellte. Ein Dorffest solle es werden, versprach er damals und heute, und die Ausstellung wirbt mit dem Slogan «Es git es Fäscht für Zollike». Dies sei dem zehnköpfige OK-Team von Beginn weg ein wichtiges Anliegen gewesen, erklärt Jürg Widmer, denn eine reine Gewerbeausstellung ziehe heute kaum mehr jemanden an.

Wettbewerb-Parcours durch das Gelände

Ein Fest für die gesamte Zolliker Bevölkerung von Jung bis Alt zu veranstalten, kam dem Präsidenten des Zolliker Gewerbevereins GVZO vor zwei Jahren. Denn noch mehr als in den letzten 25 Jahren hat sich in den letzten 100 Jahren verändert: «Unser 100-jähriger Gewerbeverein hat das Dorfleben sowie das Erscheinungsbild von Zollikon stark mitgeprägt und sich im Verlaufe dieser Zeit immer wieder den aktuellen Gegebenheiten angepasst.» Waren bei der Gründung die Mitgliedsfirmen reine Handwerksbetriebe, sind heute sehr viele Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche beim GVZO dabei. Sie alle wie auch die Zolliker Vereine erhalten nun die Möglichkeit, sich an der Gewerbeausstellung zu präsentieren. Umrahmt wird der Anlass, für den es von der Gemeinde keine Defizitgarantie gab und der nur dank drei Hauptsponsoren und vielen weiteren Sponsoren möglich sei, von einem breiten musikalischen Rahmenprogramm, mit diversen Attraktionen für Gross und Klein sowie einem reichhaltigen kulinarischen Angebot. Auf die Beine gestellt hat das OK auch einen Wettbewerb-Parcours, bei dem es zahlreiche Preise zu gewinnen gibt. «Mit ihm führen wir die Besucher durch das gesamte Messegelände unserer 60 Aussteller», freut sich Jürg Widmer, der mit 5000 bis 10 000 Besuchenden rechnet. Eine genau e Zahl festzulegen, sei schwierig. Schwierig sei es auch gewesen, die Verkehrsabläufe für das grosse Festgelände zu regeln. «Das hat uns ­etliche Stunden und zahlreiche ­Gespräche gekostet», sagt der OK-­Präsident. Ein zusätzliches Problem stelle die Küsnachter Baustelle an der Seestrasse dar, deren Umleitung noch bis im November durch Zollikon führt. «Die ursprüngliche Idee der Parkplätze an der Rotfluhstrasse, wie sie auch an der Chilbi daherkommen, mussten wir fallenlassen», blickt Jürg Widmer zurück. Mittlerweile seien aber rund 1000 Parkmöglichkeiten gefunden worden, die sich über das Schulhaus-Areal, die Chilbiwiese, den Buechholzhügel, die Gustav-Maurer-Strasse und die Rietstrasse erstrecken. Dass der Verkehr und die gesamte Verkehrsführung dennoch zu reden geben werden, dessen ist sich der OK-Präsident und Alt-Gemeinderat bewusst. Mit dem Zeltaufbau müsse bereits nächsten Freitag, eine Woche vor der Veranstaltung, begonnen und die Dachslerenstrasse ab dann gesperrt werden. «Darüber werden bestimmt nicht alle glücklich sein», gibt er zu bedenken. Wohl auch deshalb, weil ab dann auch die Zolliker Hauptsammelstelle bis und mit 28. Mai geschlossen ist.

Zunehmende Komplexität

Die grössten Herausforderungen stellten aber die Brandschutzvorschriften dar. «All die Bewilligungen zu erhalten und Auflagen einzuhalten, sei anspruchsvoll und langwierig gewesen oder, wie es Jürg Widmer formuliert: «Jenseits von Gut und Böse». Zurücklehnen kann sich der Gewerbevereinspräsident, dessen Frau ebenfalls im OK mitwirkt, im Moment noch nicht. Die letzten zwei bis drei Monate seien ein Vollzeitjob gewesen, sagt er. Nun sei die grösste Arbeit zwei Wochen vor der Festeröffnung zwar erledigt und befinde man sich auf der Zielgeraden, das Finetuning stehe aber noch an. «Die Aufbauwoche wird sicher nochmals anstrengend», das hätte ihm auch seine Erfahrung beim Schwingfest gelehrt, das er in der Gemeinde vor sechs Jahren auf die Beine stellte. Dieser Grossanlass mit über 5000 Zuschauern sei für ihn ausschlaggebend gewesen, sich die Organisation einer solchen Veranstaltung nochmals zuzutrauen. Ob er auch in Zukunft weitere Grossanlässe für Zollikon stemmen wird? Jürg Widmer winkt ab. «Ich denke, danach ist es für mich genug.» Er frage sich allerdings, ob sich andere Personen finden lassen, die in die Hosen steigen. Die zunehmende Komplexität solcher Anlässe sei wohl auch der Grund gewesen, weshalb aus den 5 Jahren 25 geworden sind. «Das Beste wäre es eigentlich schon, die Gewerbeausstellung alle fünf Jahre durchzuführen,» sagt Jürg Widmer. Denn nun liege das Drehbuch bereits vor. Gut möglich also, dass die Zolliker nicht wieder 25 Jahre auf die nächste ZolliGala warten müssen. (mmw)

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