Zumikon

Zumiker Holz für Zumiker Haus

Die grösste Herausforderung beim Bau des Holzhauses war das Wetter. Ein Notdach verhinderte, dass das Holz bei Regen und Schnee nass wurde. Der Grundriss ist sechswinklig, dank diesem wirkt das Mehrfamilienhaus nicht klobig und passt sich besser in seine Umgebung ein. (Bild: Nori Sasaki)

10 Wohnungen aus 80 Zumiker Tannen: Das neue Haus am Mettelacher in Zumikon ist ein beeindruckendes Stück Arbeit der Zimmerei Hardmeier und des Zumiker Architekten Hans Rüegger. Beeindruckend ist es aber nicht nur aufgrund der verwendeten Naturmaterialien.

Stolz steht es da: das prächtige, rhomboid-förmige Holzhaus auf dem Mettelacher beim Dorfplatz Zumikon zwischen der Zimmerei Hardmeier und dem Volg-Gebäude. Dank seiner frisch strahlenden Fassade aus hellem, leicht rötlich schimmerndem Lärchenholz ist es nicht zu übersehen. Nach dreijähriger Konzept-, Planungs- und Verhandlungsphase und einer zweijährigen Bauzeit ist das Haus mit zehn Wohnungen seit kurzem fertiggestellt. Stolz sind auch Stephan Hardmeier, Miteigentümer des Hauses und Inhaber des Familienbetriebs «Hardmeier Holzbau», und der Zumiker Architekt Hans Rüegger, der mit der Familie Hardmeier bereits über 20 Jahren Bauprojekte realisiert.

Zuhause für Jung und Alt

«Treibende Kraft hinter dem ganzen Projekt war mein Bruder Hanspeter, der im Herbst 2017 tödlich verunfallte. Er hatte schon lange den Wunsch, ein Mehrfamilienhaus aus Holz zu bauen, in dem sich nicht nur junge Menschen, sondern insbesondere auch ältere wohl fühlen», erzählt Stephan Hardmeier. Aus diesem Grund lassen sich das Haus mit drei Wohngeschossen, das mit einem Lift erschlossen ist, und die zehn Wohnungen mit zwei-, drei- und viereinhalb Zimmer ohne grossen Umbau behinderten- und altersgerecht herrichten. «Die Lage mitten in Zumikon und die Aussicht auf Felder, Berge oder die Kirche erfreut auch jüngere Menschen», schmunzelt Hans Rüegger. Entsprechend rasch haben neun von zehn Wohnungen Mieter mittleren Alters und im Pensionsalter gefunden. Die ersten sind bereits eingezogen. «Es freut mich, wenn Menschen verschiedenen Alters hier leben. Das belebt das ganze Haus zusätzlich», so Stephan Hardmeier.

Gesundes Wohnen

Nebst dem altersgerechten Grundkonzept nicht alltäglich ist die Machart des ganzen Gebäudes. Denn es besteht hauptsächlich aus Holz. «Es ist schon schön, wenn man aus seinem eigenen Material ein solches Projekt erstellen darf», strahlt Stephan Hardmeier. Für das bislang grösste Projekt der Familie Hardmeier stammt der Grossteil des verbauten Holzes nämlich aus dem eigenen Nutzwald: Rund 80 grosse und kleine Tannen haben Hartmeiers daraus für die Wände und Decken der einzelnen Wohnungen beziehen können. Für die Hausfassade aus 40 000 Schindeln kamen ein paar Lärchen, deren Holz wetterfest ist, dazu. Ein weiterer Teil des Lärchenholzes stammt aus Zollikon und Küsnacht. «Gesundes Wohnen stand von Anfang an im Vordergrund», betont Hans Rüegger. Dies liegt dem selbständigen Architekten besonders am Herzen. Denn als Spezialist auf dem Gebiet der Baubiologie betrachtet er die Beziehung zwischen den Menschen und deren gebauter Umwelt besonders kritisch. Daher möchte er auch stets möglichst ökologisch und nachhaltig bauen. Für ihn wie auch für Stephan Hardmeier war es von Anfang an klar: Wenn eine Zimmerei ein Haus baut, dann mit ihrem Grundmaterial Holz. «Und wir wollten nur unbehandeltes Holz verbauen. Das heisst, wir haben auf chemische Behandlung wie beispielsweise Imprägnierung verzichtet», erklärt Stephan Hardmeier. Auch die Fensterrahmen, die andernorts häufig aus Kunststoff hergestellt werden, sind aus Holz – wiederum von der Lärche. Die Böden sind aus französischem ­Eichenholz. Einzig der Kern des Hauses ist der Statik und Erdbebensicherheit wegen aus Beton. «Wir haben ihn jedoch roh, in seinem natürlichen Charakter belassen», erklärt Hans Rüegger.

Eigenes Holz auch für die Heizung

Die Zimmerei Hardmeier hat mit fünf Zimmerleuten die Fassade, Böden, Decken und Wände und somit die meiste Arbeit selber durchführen können. Beim Kern aus Beton und bei den Installationen für die sanitären und elektrischen Anlagen und die Heizung waren externe Fachleute verantwortlich. «Das Haus hat ja auch einen optimalen Standort. Da es direkt neben der Zimmerei liegt, konnten wir den Kran so positionieren, dass ein Schwenk genügte, um das Holz direkt auf die Baustelle zu bringen», ergänzt der Architekt. Und Stephan Hardmeier fügt an: «Sogar die Holzschnitzel aus unserem Wald finden Verwendung, indem sie in der Holzheizung in unserer Liegenschaft vis-à-vis direkt in Wärme umgewandelt werden. Die Holzheizung bringt die erzeugte Heizenergie über eine unterirdische Fernleitung ins neue Haus.» (mpe)

 

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