Offene Kommunikation

An der Kirchgemeindeversammlung der reformierten Kirche Zollikon vom vergangenen Sonntag standen zwei Themen im Fokus: die positive Jahresrechnung 2015 und der Wahlvorschlag für Pfarrerin Lea Scherler für die Urnenwahl im September.

Mit drei Bildern begrüsste Kirchgemeindepräsidentin Hanna Rüegg die versammelten Reformierten. Eine Pfingstrose als Symbol für die eindrückliche, gemeinsame Feier der Kooperation 5+, der reformierten Kirchgemeinden Zollikon, Zumikon, Küsnacht, Erlenbach und Herrliberg, am Pfingstsonntag. Über 400 Gläubige hatten sich getroffen und nicht nur in der Kirche gefeiert, sondern auch danach beim Apéro waren Freundschaften gepflegt und neue geschlossen worden, schwärmte die Präsidentin. Das zweite Bild, ein Logo der Zürcher 500 Jahre Reformation, sollte an die Festivitäten erinnern, die im kommenden Jahr im ganzen Kanton Zürich und in Zollikon organisiert und gefeiert werden. Das dritte Bild zeigte eine verregnete Gruppe junger Menschen, die während der beliebten Hausboot-Konfirmationswoche zum Thema Bergpredigt mehr Wasser als Sonne erlebten, sich davon jedoch die Stimmung nicht trüben liessen. Hanna Rüegg blickte zudem kurz auf 2015 zurück, aus dem unter anderem das spannende Setzen der renovierten Turmspitze in Erinnerung bleiben wird.

Ein trockenes Thema

Ralph Schmitz-Dräger, Verantwortlicher Finanzen, bestritt das zweite Traktandum mit einem, wie er schmunzelnd meinte, eher trockenen Thema: der Jahresrechnung 2015. Sie hat mit einem Ertrag von CHF 240 958 abgeschlossen, eine erfreuliche Tatsache im Vergleich mit Ergebnis des Vorjahrs, das einen Verlust von CHF 55 143 auswies. Nach fünf Jahren mit Defiziten konnte dank höherer Steuereinnahmen wieder ein Ertrag erwirtschaftet werden. Ein Grundsatz der amtierenden Kirchenpflege ist es, der nächsten Generation keine Schulden zu hinterlassen. So haben die Kirchenpflege und die Mitarbeitenden ihre Hausaufgaben gemacht; der Aufwand konnte in einigen Kostenstellen reduziert werden, es gab weniger Personalkosten und verminderten Sachaufwand. Dies wirkte sich ebenfalls positiv auf die Rechnung aus. Die fünf Kirchgemeinden Zollikon, Zumikon, Küsnacht, Erlenbach und Herrliberg generieren gemeinsam die Hälfte der Einnahmen der reformierten Kirche des Kantons. Der Finanzvorstand informierte zudem, dass sich in den letzten fünf Jahren die Mitgliederzahl von 4616 auf 4275 Personen reduzierte, also um sieben Prozent.

Wahlvorschlag gutgeheissen

Der Präsident der Pfarrwahlkommission, Hans Heinrich Knüsli, berichtete über den Wahlprozess und die Kommissionsarbeit im letzten Halbjahr. Er zeigte sich erfreut über den Ablauf und noch viel mehr über das Ergebnis und stellte der reformierten Gemeinschaft die Kandidatin Lea Scherler gleich vor. Diese nutzte die Gelegenheit, zu erklären, weshalb sie gerne in der Gemeinde Zollikon arbeiten möchte. Lea Scherler studierte Germanistik und Theologie, bevor sie sich für Letzteres entschied. Im Beruf der Pfarrerin könne sie ihre Leidenschaften für das Lesen, das Schreiben und die Musik – sie spielt Cello – sowie den Kontakt zu verschiedenen Altersgruppen leben. «Im Pfarrberuf ist alles vereint, was ich gerne mache», so die junge Pfarrerin. Die Sprache ist ihr wichtig. Sie sucht gerne nach Wörtern, wenn etwas schwer zu beschreiben ist. Sie mag es auch, mit Menschen gemeinsam eine Sprache zu finden für das, was schwierig und unbeschreibbar ist. «Warum Zollikon? Ich habe eine Gemeinde gesucht, die mit Motivation und Freude an Altem und Neuem in die Zukunft gehen möchte. Eine Gemeinde, die in Bewegung, herzlich und offen ist», so die Kandidatin. Sie wurde denn auch mit nur zwei Enthaltungen gewählt und somit für die Urnenwahl vom 25. September 2016 vorgeschlagen.

An der Kirchgemeindeversammlung wurde über alle Traktanden ausführlich berichtet, denn die Präsidentin Hanna Rüegg legt grossen Wert auf eine offene Informationspolitik. Sämtliche Anträge der Kirchenpflege wurden gutgeheissen. (cef)

 

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