Der Zolliker Bote präsentiert sich attraktiver denn je

Auch wenn sich sein Erscheinungsbild und die Herstel­lungstechnik stark geändert haben, eines ist geblieben: Bevor der Zolliker Bote ­aussieht wie eine Zeitung, braucht es viel Vorarbeit.

Es ist Montagmorgen: Nach dem Wochenende kommt wieder ­Be­wegung in den Betrieb der Fröhlich Info AG an der Dachslerenstrasse 3. In der Druckabteilung im Erdgeschoss rotieren bereits die Maschinen. In den Büros der Arbeitsvorbereitung und der Multimediaabteilung laufen die Computer. Und – seit dem 1. Januar dieses Jahres beherbergen die ­Geschäftsräume einen weiteren Büroraum: Die ­Redaktion des Zolliker Boten ist ebenfalls hier zu Hause.

Heinz und Claudia Eberle-Fröhlich, Inhaber der Fröhlich Info AG, haben die Zeitung von der ­Tamedia gekauft. Im hellen und freund­lichen Redaktionsbüro laufen schon am frühen Montagmorgen die Telefone und Computer heiss.

Woche beginnt am Donnerstag

Am Montagmorgen ist das Redaktionsteam schon mitten in der ­Erstellung des Zolliker Boten der aktuellen Woche. Denn für den «ZoBo» beginnt die neue Woche jeweils am Donnerstagnachmittag, unmittelbar nachdem die aktuelle Ausgabe auf den Druckmaschinen läuft. Zusammen mit Verlagsleiterin Claudia Eberle-Fröhlich halten Redaktionsleiterin Fiona Trachsel und Leiterin Kundenbetreuung und Verkauf Annette Henrio-Syz dann zuerst Rückschau auf den Ablauf der aktuellen und planen anschliessend die kommende Ausgabe. Über welche Aktualitäten wollen wir ­berichten? Haben wir selber ein Thema, das wir aufgreifen möchten? Wer soll für das Interview «Persönlich» angefragt werden? Wer besucht welche Veranstaltungen? Hat die Gemeindeverwaltung Artikel angekündigt? Wo soll der thematische Schwerpunkt gesetzt werden? Wie viele Inserateseiten stehen bereits fest? Mit was für ­Inseraten kann noch gerechnet werden? Hat sich die Gemeinde­verwaltung gemeldet, um Platz für ­Gemeindeanzeigen zu reservieren? Welches Suchbild passt zum ­Zeitungsinhalt und haben wir schon einen Interessenten, der für den Gewinner einen Preis stiften möchte? In dieser Redaktionssitzung wird das Konzept der kommenden Ausgabe entworfen und in den Köpfen der Redaktion nimmt sie erste Formen an.

Teamarbeit ist gefragt

Von Freitag bis Mittwoch werden Interviews geführt und aktuelle Themen bearbeitet, es wird recherchiert, fotografiert, geschrieben und wieder verworfen. Für das ­Redaktionsteam ist «Wochenende» nicht gleich «arbeitsfrei»: Es werden Veranstaltungen besucht, über die es zu berichten gilt. Ab Montagmorgen werden die geschriebenen Artikel von der Lektorin ­Barbara Braun gelesen und korrigiert; sie gibt ihnen, wenn nötig, den letzten Schliff. Am Dienstagabend ist Redaktionsschluss und die letzen eingesandten Texte werden begutachtet und aufbereitet.

Neben der Redaktion hat auch die Inserateverwaltung alle Hände voll zu tun. Denn ohne Inserate kann der Zolliker Bote nicht existieren. Die Zeitung finanziert sich allein durch Inserate und Abonnemente. Obwohl der Zolliker Bote das amtliche ­Publikationsorgan der ­Gemeinde ist, erhält er keinerlei Subventionen. Deshalb müssen nicht nur die per Mail oder Telefon eingehenden ­Inserate von Annette Henrio-Syz und Eveline Turconi bearbeitet werden. Annette Henrio-Syz und Claudia Eberle-Fröhlich tele­fonieren und schreiben interessierte und mögliche Kunden an oder ­besuchen diese persönlich vor Ort.

Die Zeitung bekommt ihr Gesicht

Am Mittwochmorgen steigt jeweils die Hektik merklich an: Der Zolliker Bote wird gelayoutet, er bekommt sein endgültiges Gesicht. Bea Lenk, Claudia Fiera oder Martin Strähl gestalten jeweils mit der Redaktion die einzelnen Seiten. Titel und Artikel müssen verlängert oder gekürzt werden. Eventuell gilt es, noch einen Artikel über neuste Ereignisse zu verfassen. Ob der Zolliker Bote am Ende mit 16, 20 oder gar 24 Seiten in die Haushaltungen gelangt, das wird in erster Linie von den ­Inserateseiten bestimmt. Je weniger Inserate, desto weniger redaktionelle Seiten können produziert werden. Claudia Eberle-Fröhlich ist ­bestrebt, jeweils alle Artikel in der aktuellen Ausgabe zu berücksichtigen, doch immer ist dies nicht möglich. Dann hat Aktualität Priorität vor zeitlosen Themen.

In der Zwischenzeit ist es Mittwochabend gegen 17 Uhr. Inserate und Artikel sind platziert, ein Lernender hat die Bilder bearbeitet. Claudia Eberle-Fröhlich sichtet den ersten Ausdruck und ordnet eventuelle Umgestaltungen an. Bis am Abend erwartet das Tamedia AG Druckzentrum in Zürich die Angaben zum Seitenumfang.

Von Zollikon nach Zürich

Am Donnerstagmorgen kommt noch einmal Hektik auf – die Zeit drängt. Spätestens bis am Mittag müssen alle Seiten ins Druckzentrum geliefert sein. Das Schluss­lektorat durch Walter Egger steht an. Es ist kurz vor 12 Uhr: Die fixfertig gelayouteten Seiten des Zolliker ­Boten werden mittels Email ins Druckzentrum Bubenberg Zürich übertragen. Jetzt löst sich die Spannung bei allen Beteiligten.

Dagegen beginnen nun in Zürich die Rotationsdruckmaschinen zu rattern. Die aus Zollikon eingetroffenen Seiten werden einem Datencheck unterzogen. Stimmen alle Angaben? Sind die Farben in Ordnung? Dann gehen die Seiten in die Plattenherstellung und von dort weiter in die imposante Druckerei. Dort steht die 13 Meter hohe und 98 Meter lange Maschine, welche parallel vier verschiedene Zeitungen oder 4 × 192 Seiten Tabloid gleichzeitig drucken und 5 Fälze machen kann. Für den Zolliker ­Boten wird nur eine Druckeinheit vorbereitet. Die Platten und das ­Papier werden ein­gespannt, die Farben vorbereitet. Die riesige ­Maschine beginnt zu laufen. Immer wieder wird manuell eine Ausgabe vom Förderband genommen und auf dem Lichtpult und mittels Farb-Tensitometer überprüft. Sind die Farben immer noch richtig, stimmen die Falzung und die Seitenabfolge? Nach nur 40 Minuten ist die gesamte 7300 Exemplare starke Auflage des Zolliker Boten gedruckt, geheftet und gefalzt. Die Produktionszeit im Zeitungsdruck ist massiv kürzer als in der Bogenoffset-Technologie, wie sie bei der Fröhlich Info AG zur Anwendung kommt, doch ist die Qualität vor allem auf ­Geschwindigkeit und nicht auf Highend-Print und ­Papiervielfalt ausgerichtet.

Es ist mittlerweile Donnerstagnachmittag. Im Redaktionsbüro an der Dachslerenstrasse 3 rauchen schon wieder die Köpfe – der kreative Teil des Zeitungsmachens hat wieder begonnen, bereits entsteht eine neue Ausgabe des Zolliker Boten.

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