Zumikon

Darf ich bitten

 

Die Schule Zumikon führt mit «Dancing Classrooms» ein zehnwöchiges Tanzprogramm für Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 12 Jahren durch. Das erste Programm mit vier Klassen und 87 Kindern lud zum Abschlussball. Das zweite mit drei Klassen startet demnächst.

«Darf ich bitten» ist wortwörtlich zu nehmen. Denn die Kinder lernen beim Tanzprogramm nicht nur die sieben Gesellschaftstänze Merengue, Foxtrott Rumba, Tango, Swing, Walzer, Polka und zwei bis drei Line Dances. Sondern auch die Zusammenarbeit mit dem Tanzpartner, Höflichkeit, Respekt, Toleranz und das Vertrauen in sich und das Gegenüber. Der Anlass wird vom Verein Dancing Classrooms Deutschschweiz organisiert, die Trainings finden in der regulären Unterrichtszeit statt, die Kosten werden von der Schule getragen. Die Idee für dieses Vergnügen stammt vom Leiter Sonderpädagogik René Nussbaumer. Und ein Vergnügen war der Abschlussball allemal. Für die Eltern und Grosseltern, die im Gemeindesaal um den besten Fotoplatz kämpften und die teilweise nervöser waren als ihre Sprösslinge. Und für die Kinder, die sich als kleine Ladys und Gentlemen herausgeputzt hatten und bei denen – trotz aller gut sichtbaren Konzentration – die pure Freude am Anlass durchbrach. A propos Ladys und Gentlemen – die Tanzlehrerin, die durch den Abend führte, sprach die Tanzenden während des ganzen Anlasses so an. So viel zum Thema gegenseitiger Respekt.

Tanzen macht Spass

Und so legten die kleinen Patrick Swayzes und Jennifer Greys eine heisse Sohle aufs Parkett, die einen etwas zurückhaltender, die anderen mit erstaunlich gutem Takt- und Rhythmus-Gefühl. Klasse für Klasse eroberte den Saal, wo zuerst ein Solo-Paar, dann die ganze Klasse von Tanz zu Tanz wirbelten. Der Swing liess die Zeiten unvergesslicher Bandleader wie Benny Goodman oder Glenn Miller wieder aufleben und schien auch die Kids sehr zu inspirieren. Während bei Tango, Fox oder Walzer formvollendete Kavaliere ihre Damen sicher führten. Zum Schluss versammelten sich alle Klassen im Saal und legten eine Polka hin, bei der eigentlich nur noch die Trachten und die Schuhplattler fehlten. Bei den Line Dances, den irischen und amerikanischen Volkstänzen, ging es dann gesitteter zu als an amerikanischen Country-Anlässen. Zum Ende bescherten die Schüler dem Publikum einen absoluten Höhepunkt: Sie übten mit einem Elternteil einen Tanz ein und führten ihn dann mit Papi oder Mami in der Gruppe vor. Das Publikum amüsierte sich prächtig.

Das Tanzen im Blut

Schulleiter Philipp Apafi hat der Anlass sehr gut gefallen. Und auch die stolzen Eltern waren begeistert, von den Kindern ganz zu schweigen – die waren kaum zu zügeln. Interessant zu sehen waren die verschiedenen Stufen von Bewegungstalenten. Während die einen den Rhythmus buchstäblich suchen mussten, bewegten sich andere mit der Selbstverständlichkeit von Profis, denen das Tanzen offensichtlich im Blut liegt. Es wird tatsächlich nicht jeder oder jede als Fred Astaire oder Ginger Rogers geboren. (wn)

 

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