Zollikon

«Die meisten Spieler kommen nun in ihr bestes Alter»

Vor seiner dritten Saison als Trainer der Zolliker Fussballer äussert sich Christian Stengele zu seinen Zielen in der 3. Liga und im Cup und sagt, weshalb er in den eigenen Junioren die Zukunft des Vereines erkennt.

Seit dem Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2011 vermochte sich die 1. Mannschaft immer unter den ersten vier Mannschaften klassieren, meist mit nur wenigen Punkten Rückstand auf den Tabellenersten. Wie lautet nun Ihr Saisonziel?

Christian Stengele: Trotz des für mich enttäuschenden 4. Platzes in der vergangenen Saison bin ich der Meinung, die Mannschaft habe einen weiteren Schritt vorwärts gemacht. Ich spüre, dass die Mannschaft reifer geworden ist, und bin froh, dass sie mit Jure Mioc und Gianluca De Nard in diesem Sommer zwei sehr motivierte und ehrgeizige Spieler hinzugewonnen hat. Mein Ziel ist es, uns in der Meisterschaft erneut unter den ersten vier Teams zu klassieren und Spiel für Spiel das Beste zu geben. Im Cup sind wir mit dem 2:1-Sieg gegen Croatia in der vergangenen Woche gut gestartet und hoffen, im Wettbewerb überwintern zu können. Die meisten meiner Spieler kommen nun in ihr bestes Alter und können ihr Können nun auch an die jüngeren Spieler weitergeben. Der Verein ist auf den eigenen Nachwuchs angewiesen – deshalb darf die Integration der jungen Spieler nicht unter dem Erfolgsdruck leiden!

Auch wenn die Leistungen der letzten fünf Jahre wie erwähnt insgesamt überaus positiv sind: In der letzten Spielzeit verpasste das „Eis“ den Aufstieg deutlicher als zuvor.

Das stimmt. Wir trafen in einer starken Gruppe auf einige dominante Mannschaften, die schlussendlich den Aufstieg unter sich ausmachten – leider konnten wir nicht bis zum Schluss um den ersten Platz mitkämpfen. Wir mussten uns in den letzten zwei Jahren etwas umorientieren. Plötzlich wurde von der Mannschaft und von den Spielern mehr erwartet: Das Spiel zu machen und sich nicht mehr nur auf das Kontern zu verlassen. Ich hoffe, dass die Mannschaft durch diesen Lernprozess nun gereift ist und konstantere Leistungen abrufen kann.

Sie gehen mit dem SCZ nun bereits in Ihre dritte Saison als Aktivtrainer, sind aber noch keine 30 Jahre alt. In welchen Bereichen sehen Sie noch Luft nach oben?

In meiner Zeit als Spieler spielte ich zwar lange im gleichen Verein – dem FC Seefeld –, doch wurde jedes halbe Jahr die Hälfte der Mannschaft ausgewechselt. Die Zolliker Mannschaft hingegen ist eine grosse Familie. Weil mein Assistent Ivo Dugandzic und ich diese einmalige Stärke unbedingt beibehalten wollen, versuchen wir einen guten Mittelweg zwischen Erfolg und Spass zu finden. Als Trainer dieser Mannschaft gibt es auch neben dem Platz unheimlich viele schöne Momente, die genau so viel wert sind wie drei Punkte.

Im Sommer sind zwei Spieler neu zum SCZ gestossen: Jure Mioc und Gianluca De Nard. Was erhoffen Sie sich vom Innenverteidiger?

Jure Mioc ist ein Spieler mit sehr viel Erfahrung und ein ganz guter Typ. Ich erhoffe mir, dass seine Erfahrung und sein Ehrgeiz auf die Mannschaft abfärben und bin überzeugt, dass vor allem unsere jungen Spieler und speziell die in diesem Sommer nachgerückten vier bisherigen vereinseigenen B-Junioren sehr von ihm profitieren werden. Jure wird die Mannschaft aus dem Abwehrzentrum unterstützen, vor allem kommunikativ.

Und was soll Gianluca De Nard dem SCZ bringen, der vom FC Männedorf aufs Riet gewechselt hat?

Gianni De Nard wollte ich schon lange zu uns holen – er passt mit seinem Charakter und seiner Spielstärke einfach sehr gut in unser Team. Er wird das Mittelfeld verstärken. Gianni ist ein sehr zuverlässiger Spieler, der äusserst zweikampfstark ist und mit dem Ball am Fuss die Ruhe behält. Er ist ein sehr unangenehmer Gegenspieler.

Was erhoffen Sie sich von den vier SCZ-Talenten, die soeben direkt von den B-Junioren in die 1. Mannschaft aufgestiegen sind?

Wir versuchen, die vier bisherigen B-Junioren Calvin Glarner, Jesper Montezin, Micha Saluz und Dimitri Schmid behutsam aufzubauen und langfristig in das Kader zu integrieren. Der Sprung ist gross, er braucht Zeit und Geduld – doch ich sehe viel Potenzial in diesen Spielern. Diese Zolliker sind die Zukunft der ersten Mannschaft! Allerdings müssen die Jungen diese auch sein wollen und sich in allen Bereichen verbessern, um später das Niveau der   heutigen Mannschaft zu halten. Was ich mir von ihnen schon kurzfristig erhoffe: Dass sie neues Leben ins Team bringen und die arrivierten Spieler gehörig unter Druck setzen. (db)

 

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