Zumikon

Stimmige Versammlung

Seit dem Sommer gibt es beim Gemeindehaus schon Sitzgelegenheiten. Nun wird auch innen renoviert. (Bild: bms)

Die Zumiker Stimmbevölkerung nahm das Budget für 2019 an, ebenso wie den Kredit für die Renovation des Gemeindehauses. Weiter im Fokus bleibt die Zukunft des Dorfplatzes.

Der Gemeinderat Zumikon hatte eine Neuerung gewagt: Die diesjährige Budget-Gemeindeversammlung fand an einem Samstagmorgen statt, parallel war eine Kinderbetreuung angeboten worden. Das Ziel war, das Durchschnittsalter der Versammlung zu senken. Belohnt wurde das Wagnis nicht. Mangels Nachfrage war die Betreuung kurzfristig abgesagt worden. Gleichzeitig gab es ein weiteres Experiment. «Wir möchten ab sofort die Gemeindeversammlung auch nutzen, um über die Arbeit in Gemeinde und Schulpflege zu informieren», erklärte Gemeindepräsident Jürg Eberhard. Der Verlauf der Versammlung zeigte sich adventlich harmonisch – was zu erwarten gewesen war. Alle Parteien und sogar die Rechnungsprüfungskommission hatten im Vorfeld den Traktanden zugestimmt.

Das erste Traktandum behandelte – wie üblich in der Dezembersitzung – das Budget für das kommende Jahr. Dieses sieht für die Erfolgsrechnung einen Überschuss von 233’000 Franken und für die Investitionsrechnung einen Überschuss von 8’435’000 im Verwaltungsvermögen vor. Damit konnte der Aufwand gegenüber 2018 um rund 1,82 Millionen gesenkt werden. Was im ersten Moment gut aussieht, ist auch das Ergebnis des neuen Kostenrahmens des harmonisierten Rechnungslegungsmodells HRM2. «Das erschwert aber im Moment den Vergleich zwischen Budget und Ergebnis», erläuterte André Hartmann, Zumikons neuer Finanzvorsteher. Auf der Aufwandseite werden für 2019 total 3,5 Millionen Franken weniger verbucht. Die grössten Investitionen – insgesamt 7,9 Millionen Franken – betreffen die Kläranlage, die Schulanlage Juch, die Werterhaltung des Gemeindehauses und Strassensanierungen. Der Antrag des Gemeinderats sah mit Blick auf die Steuern einen Verbleib beim Steuerfuss von 85 Prozent vor. Die Steuerkraft pro Einwohner liegt bei 10’937 Franken und ist leicht rückläufig. Auch langfristig gesehen, betonte André Hartmann, solle der Steuersatz bei 85 Prozent verbleiben. Die schwere Vergleichbarkeit, verursacht durch das neue Rechnungslegungsmodell, bemängelte denn auch Christoph Born, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Kritisch sah er auch den Selbstfinanzierungsgrad von mittlerweile 75 Prozent. «Das muss langfristig wieder anziehen», forderte er. Christoph Born legte auch nochmals den Finger in die Wunde «Dorfplatz.» Solange es kein Konzept gebe, sehe er die Investitionen im Budget sehr skeptisch. Nichtsdestotrotz empfahl die RPK die Annahme der Vorlage. Zu reden gab dann noch überraschend der geplante Wettbewerb zur Bebauung der Fläche unterhalb des Gemeinschaftszentrums. So kam der Antrag aus der Versammlung, die Kredite Bebauung Chirchbühl und Zentrum zusammenzulegen, damit die Einheit gewahrt werde. Das sah Jürg Eberhard kritisch. Dann werde wahrscheinlich in zehn Jahren noch keine Realisierung vorliegen. Die Versammlung stimmte dem bei und so wurde der Antrag mit grosser Mehrheit abgelehnt. In der Schlussabstimmung zum Budget-Traktandum wurde dieses einstimmig angenommen.

Der Putz bröckelt schon

Auch beim zweiten Traktandum ging es ums Geld, nämlich um ­einen Ausführungskredit in Höhe von 1,24 Millionen Franken zur Erneuerung des Gemeindehauses. «Unser Gemeindehaus ist 40 Jahre alt und das sieht man ihm auch an», unterstrich Liegenschaftenvorsteher Thomas Epprecht. In einem ersten Schritt solle es eine Erneuerung im Verwaltungsbereich und der Verkehrsflächen gehen. «An manchen Stellen bröckelt schon der Putz von der Decke», führte er aus. Das könne Zumikon sich nicht leisten. Aber es gehe nicht nur um den schönen Schein, sondern auch um Sicherheit, sprich die Umsetzung der Brandschutzbestimmungen. Die Renovation solle – auch um Kosten zu sparen – unter laufendem Betrieb vorgenommen werden. Auch bei diesem Punkt zeigte sich die RPK zahm wie selten. «Es geht nicht nur um Werterhaltung, sondern um Verbesserungen. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit empfiehlt die RPK die Annahme», so Christoph Born ungewohnt knapp. Die Versammlung mit 147 Stimmberechtigten nahm den Antrag denn auch mit nur einer Gegenstimme an.Wie zuvor angekündigt, gab es im Anschluss an den formellen Teil noch Informationen aus der Gemeinde und der Schulpflege: So legte Jürg Eberhard nochmals den Fokus auf das Dorfzentrum. Aldi hat mittlerweile ein Baugesuch eingereicht, um Umbauarbeiten vornehmen zu können. «Wir können noch lange bedauern, dass Migros und Coop nicht am Dorfplatz vertreten sind. Aber ein Dorf mit 5200 Einwohnern, das einen grossen Migros, einen grossen Coop, einen Volg und einen Aldi hat, ist eigentlich gut versorgt.»

Wasser in der Garage

Der Gemeindepräsident musste auch berichten, dass ein gewisser Druck bei der Renovation der Tiefgarage unter dem Dorfplatz herrsche. «Es läuft Wasser ein. Da ­müssen wir dringend handeln.» Probleme gibt es auch eine Etage höher mit dem Bistro «Wir brauchen ein anderes gastronomisches Angebot. Wie das aussehen soll, müssen wir noch herausfinden.» Im ablaufenden Jahr gab es verschiedene Planungsarbeiten, die im März auf einer Infoveranstaltung vorgestellt werden sollen. Schon vorher – am 16. Januar – wird es ein Gemeindegespräch zum Angebot der «Coworking Spaces» geben. Damit sind die Planungen jedoch nicht abgeschlossen. So werden in verschiedenen Arbeitsgruppen die Wiese am Farlifang, ein Neubau auf dem Areal der Metzgerei Schweizer und dem Grundstück der Feuerwehr und die Bebauung Chirchbühl auf Potenzial geprüft. «Nicht nur der Dorfplatz prägt die Gemeinde, auch die Schule», übernahm schliesslich Andreas Hugi, Präsident der Schulpflege, das Wort. Für die kommenden vier Jahre habe sich das Gremium die Kommunikation, die Vernetzung mit klassenübergreifenden Projekten und die Qualität auf die Fahnen geschrieben. Parallel soll der Schwerpunkt darauf gelegt werden, die Kinder fit für die Digitalisierung zu machen. (bms)

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