Zollikon

Temporäre mobile Sammelstelle

Verbesserte Recyclingmöglichkeiten für die Zollikerbergler: Die Gemeinde startet einen neuen Versuch mit einer mobilen Sammelstelle im Berg. 

Wer im Zollikerberg wohnt, kann Bruchglas, Weissblech, Kleinmetall und Textilien an der Hohfurenstrasse entsorgen, beim Magazin am Sennhofweg kann zusätzlich noch Altöl zur Sammelstelle gebracht werden. Für alle anderen Wertstoffe muss der Weg zur Hauptsammelstelle an der Dachslerenstrasse im Dorf angetreten werden. Drei Mal ist diese unter der Woche geöffnet – und wird rege ­genutzt, wie Gemeindeschreiber ad interim Peter Imhof sagt: «Die Hauptsammelstelle wird teils regelrecht überrannt.» Das Recycling und das fachgerechte Entsorgen von Abfällen sei offensichtlich ein zunehmendes Bedürfnis der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Zollikon. 

Dies sieht auch die Arbeitsgruppe «Recycling» der Grünliberalen Zolli­kon-Küsnacht so, bei welcher die Zollikerinnen Carla Brodbeck und Christine Hoff mitwirken. Die Bevölkerung vom Zollikerberg sieht die Arbeitsgruppe aber im Nachteil. «Die ­aktuelle ­Situation ist unbefriedigend», sagt Christine Hoff. «Gerade für nicht motorisierte Einwohner ist es sehr aufwendig, die Wertstoffe im Dorf abzugeben.» Die Grünliberalen ­befürchten, dass daher manche ­darauf verzichten würden, die weiteren rezyklierbaren Abfälle überhaupt zu sammeln. Aus diesem Grund ist die Arbeitsgruppe bei der Gemeinde vorstellig geworden. «Die Bevölkerung im Berg soll gleichermassen die Vielfalt der rezyklierbaren Wertstoffe ortsnahe abgeben können», erklärt Christine Hoff, «das trägt zudem zu einer ­Verbesserung der Verkehrssituation bei.» 

Die Arbeitsgruppe, die seit einem Jahr im Stillen arbeite, kann einen ersten Erfolg erzielen. Die ­Gemeinde hat reagiert: Probehalber wird an sechs Samstagen von 9 bis 12 Uhr von September bis kommenden Februar jeweils einmal monatlich eine mobile Sammelstelle beim Parkplatz des ­Magazins am Sennhofweg aufgestellt. Angenommen werden sämtliche Abfallkategorien analog der Hauptsammelstelle an der Dachslerenstrasse inklusive Kunststoffsammelsäcke und Sperrgut. Die Auflagen und Gebühren sind ebenfalls dieselben wie in der Hauptsammelstelle und wie im Abfallkalender aufgeführt, wie die Gemeinde mitteilt. Der Versuch startet am 14. September. «Sollte sich in diesem Zeitraum die mobile Sammelstelle bewähren, prüfen wir die Weiterführung», sagt Peter Imhof.

Plastiksammlung ja, aber …

Christine Hoff findet insbesondere das Plastikrecycling eine «Erfolgsgeschichte». Seit 2015 werden an der Hauptsammelstelle in Zollikon Kunststoffsammelsäcke verkauft. Anfangs nur 110-Liter-Säcke und später auf Wunsch der Bevölkerung zusätzlich 60-Liter-Säcke, wie von der Abteilung Sicherheit und Umwelt zu erfahren ist. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass stetig mehr Kunststoff gesammelt wird: Waren es 2015 noch 3549 Säcke, wurden letztes Jahr bereits 8128 Säcke entgegengenommen. Trotz des beliebten Angebots sieht die Gemeinde Zollikon zurzeit aber ab von weitergehenden Sammlungen wie Strassensammlungen von Kunststoffsammelsäcken. Grund sei die Haltung des Bundesamts für Umwelt BAFU, das sich gegenüber der separaten Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen nach wie vor skeptisch zeigt: Der stofflich hochwertige und damit gut verwertbare Anteil des Sammelguts sei noch immer tief. Kunststoff zu sammeln, sei zwar sinnvoll, doch Kunststoff, der gar nicht erst produziert und konsumiert werde, müsse auch nicht thermisch oder stofflich verwertet werden. Aus diesem Grund sollten Gemeinden bei den Plastiksammlungen eher zurückhaltend sein, empfiehlt der Bund, um nicht noch Anreize für den Kauf von Plastik zu schaffen. 

Zweimal monatlich ist das Ziel 

Die mobile Sammelstelle im Zollikerberg ist nicht der erste Versuch der Gemeinde. Im November 2013 hat der Gemeinderat bereits einmal einem einjährigen Versuchsbetrieb für eine mobile Sammelstelle am selben Ort zugestimmt. Eine Auswertung habe damals aber ergeben, dass das Angebot nur in sehr bescheidenem Ausmass genutzt wurde. Aus diesem Grund wurde der Versuchsbetrieb nach einem Jahr wieder eingestellt. Christine Hoff zeigt sich darüber aber nicht irritiert: «Der damalige Versuch war zum Scheitern verurteilt, da die mobile Sammelstelle unter der Woche jeweils am Montagnachmittag geöffnet war.» Gerade für voll Erwerbstätige sei dieser Zeitpunkt unmöglich wahrzunehmen. Über den neuen Versuch am Samstagmorgen zeigt sie sich zufrieden. Ganz am Ziel angekommen ist die Arbeitsgruppe aber noch nicht: «Das Ziel muss sein, dass die mobile Sammelstelle im Zollikerberg weitergeführt wird – und zwar an zwei Samstagen pro Monat.» Erst dann könne von einem ausgeglichenen Serviceangebot in Dorf und Berg die Rede sein. (mmw) 

 

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