Zollikon Zumikon

Kaum ist es weiss, wird es schwarz

Die Strassen werden vom Schnee befreit, am Rand bleibt er liegen. In Zumikon ist der Winterdienst seit 2015 eingeschränkt. (Bild: bms)

Zum ersten Mal in diesem Winter schneite es heute vor einer Woche so stark, dass der Schnee auch in den unteren Gemeindegebieten liegen blieb. Die Strassen waren aber schon bald wieder schwarz geräumt – im Gegensatz zu Zumikon gibt es in Zollikon den reduzierten Winterdienst nicht mehr.

Geräumt und gesalzen werde nur noch, wo es die Sicherheit erfordere, nicht mehr alle Strassen würden schwarzgeräumt. So lautete die Mitteilung des damaligen Zolliker Gemeinderats im Winter vor zehn Jahren, als er den reduzierten Winterdienst ankündigte. An den Strassen waren in der Folge dann auch vielerorts Plakate sichtbar, die auf ebendiesen reduzierten Winterdienst aufmerksam machten. In diesem, wie auch bereits im letzten Winter, sind diese Plakate aber nicht mehr zu finden. «Den reduzierten Winterdienst gibt es so nicht mehr», erklärt Christof Peterhans, Leiter Tiefbau und Infrastruktur der Gemeinde Zollikon, auf Anfrage. Grund seien insbesondere die Salzmengen. Früher wurde gemäss Christof Peterhans zehn Gramm Salz pro Quadratmeter gestreut, heute seien es nur noch vier Gramm. Wegen der damaligen Knappheit des Salzes, die bei schneereichen Wintern oftmals herrschte und die für die reduzierten Winterdienste ebenfalls mitverantwortlich war, wurden die Salzmengen von den kantonalen wie den kommunalen Tiefbauämtern laufend nach unten angepasst. Juristisch gesehen seien die reduzierten Winterdienste, bei denen nicht mehr alle Strassen vom Schnee befreit wurden, aber kaum haltbar gewesen, führt Christof Peterhans aus.

Einen Prioritätenplan, nach welchem die Strassen geräumt und gesalzen werden, gebe es aber nach wie vor. So würden zuerst die Hauptverkehrsstrassen mit den Buslinien geräumt, anschliessend die weiteren Hauptverkehrsstrassen, die Quartierstrassen mit Trottoirs und zum Schluss auch die kleineren Fusswege. «Wir können natürlich nicht überall gleichzeitig sein», erklärt der Tiefbauleiter, schneie es aber so stark wie vergangene Woche, sei der für den Winterdienst zuständige Unterhaltsdienst im Dauereinsatz. Ausserhalb der Arbeitszeiten sowie am Wochenende wird dieser vom Patrouillendienst des Tiefbauamtes des Kantons Zürich aufgeboten, wenn es die Situation erfordert.

Neue Glatteisfrühwarngeräte

Zollikon möchte den Salzverbrauch noch weiter reduzieren. Neu setzt die Gemeinde auf Salzsole statt wie bisher nur auf Streusalz. Der Vorteil der wässrigen Lösung, die bei Temperaturen bis maximal minus fünf Grad eingesetzt werden kann, sei die bessere Haftbarkeit: Sie verhindert, dass das Salz verfliegt. Christof Peterhans sieht noch einen weiteren Vorteil im ­Einsatz von Sole: die präventive Wirkung. Die Lösung eigne sich besonders gut vor einsetzendem Frost und Schneefall, quasi als Puffer zwischen Schnee und Strassenoberfläche.

Um die Gegebenheiten vor Ort noch besser einschätzen zu können, setzt Zollikon ab diesem Winter auf eine weitere Neuheit: An der Bergstrasse beim Parkplatz Allmend und an der Rietholzstrasse an der Ecke Hohfurrenstrasse hat die Gemeinde ein Glatteisfrühwarngerät installiert. «Von diesen Geräten erhalten wir rechtzeitig Meldung, bevor es zu überfrierender Nässe kommt», erklärt Christof Peterhans, «so können wir die Sole präventiv einsetzen.» Noch muss die Gemeinde aber auf den ersten Sole-Einsatz warten. Zwar hat sie ein Winterdienstfahrzeug durch eines mit Sprühgerät, das es für die Salzsole braucht, ersetzt. Weil der speziell für das Fahrzeug konstruierte Soletank aber erst in ein paar Wochen geliefert werden kann, wird bei glatten Strassen und Schnee zurzeit wie bis anhin Auftausalz gestreut.

Schnee am Strassenrand

Zumikon kennt einen reduzierten Winterdienst seit 2015, als die Gemeindeversammlung einen Sparauftrag beschloss, der den Winterdienst einschränkte und die Schneeräumung an den Strassenrändern einstellte. Dieser gilt auch heute noch, wie Thomas Krauer, Leiter Tiefbau, auf Anfrage bestätigt. «Seit Januar 2015 wird in Zumikon grundsätzlich kein Schnee mehr durch Drittunternehmer abgeführt.» Ausnahmen gebe es, wenn durch Extremereignisse die nötigen Sichten bei Ein- und Ausfahrten, Knotenpunkten und Ähnlichem nicht mehr gewährt sind. Gesalzen werde nach dem Grundsatz «so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.»

Salzsole sei aktuell kein Thema für Zumikon, sagt Thomas Krauer: «Die nötigen Infrastrukturen sind dafür nicht vorhanden.» Als Auftaumittel setzt die Gemeinde nach wie vor Salz ein und scheint damit gut zu fahren: Der viele Schnee von letzter Woche habe die Mitarbeiter des Werkhofs vor keinerlei Probleme gestellt. «Der Schnee war von den Meteorologen vorhergesagt worden, entsprechend konnten wir uns darauf vorbereiten». Es sei zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. (mmw)

 

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