Zollikon

Die Zürcher Traditionen mitgestalten

Neben Beruf, Familie und Politik ist Alex Römer seit sechzehn Jahren für die Organisation der Zunftbälle aktiv. Für den Saffran-Zünfter ist das Frühlingsfest der Stadt Zürich immer wieder Gelegenheit, andere Zünfter zu treffen, die er während dem Jahr kaum sieht.


Es hat ihn immer wieder an die Goldküste zurückgezogen. Aufgewachsen in Küsnacht, machte der Zolliker Alex Römer nach der Matura und dem Wirtschaftsstudium seinen «Master of Business Administration» am «Instituto de Empresa» in Madrid. Nach vierjähriger Arbeit bei einem deutschen Discounter in Bern, zog es ihn wieder hierher zurück. Es war wohl die Verbundenheit zu den Zürcher Traditionen, wie dem Sechseläuten, die den 39-Jährigen immer wieder zurückkommen liessen. Im Herbst 2012 fand er zusammen mit seiner, aus dem Tessin stammenden, Frau Laura an der Dachslerenstrasse in Zollikon sein neues Zuhause. 2014 wuchs Familie Römer mit der Geburt von Tochter Anna an und letztes Jahr stiess auch Sohn Federico als jüngstes Mitglied dazu. Für Alex Römer kam mit dem Zuzug nach Zollikon auch der Wunsch sich in der Gemeinde zu engagieren. Mit dem Eintritt in die Zolliker FDP konnte er sich fortan in den politischen Belangen der Gemeinde einbringen. Und dies ganz ohne grosse Ambitionen: «Kantonsrat möchte ich jetzt nicht unbedingt werden, aber das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten, gehört für mich zum Leben im Dorf dazu», sagt er. Aktuell arbeitet Alex Römer als Arealentwickler und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei der Firma HIAG an der Zürcher Löwenstrasse. In seiner Arbeit steuert er die Umnutzung und Entwicklung von grossen Arealen mit industrieller Vergangenheit quer durch die Schweiz.

Grosser Tag im Jahr

Und nun nahen für manchen Zürcher Zünfter die wohl schönsten Tage im Jahr. Am kommenden Wochenende feiern die Mitglieder der Zürcher Zünfte mit dem Sechseläuten das Frühlingsfest der Stadt. Und auch für Alex Römer ist das Sechse­läuten fester Bestandteil im Kalender. In der Zunft zur Saffran, früher auch als «Krämerzunft» bekannt, vereinten sich einst die Handelsherren der damaligen Zeit, die Gewürze, Heilmittel, und andere kostbare Güter nach Zürich brachten. Wie es so üblich ist, war sein Vater bereits Mitglied in der Zunft zur Saffran und nahm seinen Sohn als kleinen Knirps mit an den Umzug: «Die Freude an den Kostümen und am Umzug machte das Sechseläuten für mich immer zu einem grossen Tag.», erzählt Alex Römer. Mit 18 Jahren zählte er noch als Jungzünfter, bevor er dem Zunftmeister in einem schriftlichen Antrag den Wunsch zur Aufnahme in die Saffran-Zunft mitteilte. Die nächsten Jahre war er als Mundschenk für die Versorgung der Zünfter mit Getränken, vor allem Wein, zuständig. Die Freude am traditionellen Fest hält bei ihm bis zum heutigen Tag an: «Das Sechseläuten ist für mich immer wieder eine Gelegenheit, mit Bekannten in Kontakt zu kommen, die ich im Jahr sonst nicht sehe.» Mit viel Hingabe ist der Saffran-Zünfter zudem bereits zum sechzehnten Mal für die Vorbereitung der Sechseläuten-Bälle aktiv. Zuerst während zehn Jahren für den «Ball mit Knall» im Hotel Storchen und seit sechs Jahren für den im Zunfthaus zur Saffran stattfindenden Uertenball. Jeweils am Samstag vor dem Frühlingsfest treffen sich Zünfter mit weiblicher Begleitung auf dem Weinplatz im Lindenhof-Quartier: «Als Tessinerin hat meine Frau Laura zwar keinen Bezug zum Sechseläuten, trotzdem begleitet sie mich immer mit Freude an die Bälle.» Für die Organisation der Tanzbälle trifft sich Alex Römer mit dem restlichen Ball-Komitee mehrmals im Jahr um den Abend für die rund 230 Personen, die im Zunftsaal Platz finden, einmalig zu gestalten. In ganz besonders guter Erinnerung bleibt Alex Römer der Ball vor zwei Jahren, als er das Amt des Ball-Präsidenten bekleidete: «Wir hatten damals Andrea Caroni, Ständerat Appenzell Ausserhoden, bei uns am Uertenball. Seine Rede sorgte damals für beste Unterhaltung!» Wenn er neben den Verpflichtungen als Familienvater, seiner Arbeit als Arealentwickler, der Parteiarbeit bei der FDP sowie der Zeit, die er für die Organisation der Zunftbälle aufwendet, noch Zeit findet, trifft sich Alex Römer mit Freunden auf dem Vitaparcours im Zolliker Wald oder geht mit dem Familienhund auf der Zolliker Allmend spazieren. Mit Ehefrau Laura und den beiden Kindern reist er regelmässig nach Italien: «Mit einer Tessinerin mit italienischen Wurzeln als Frau habe ich zwangsläufig Italienisch gelernt», sagt Alex ­Römer lachend. Die nächste Reise in die Toscana ist bereits gebucht. (lvm)

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