Zumikon

Gelassener mit einem Nilpferd

Der Zumiker Künstler André Becchio gewinnt mit seinem Skulpturen-Konzept den Wettbewerb «Kunst am Bau» der Kinderstation Brüschhalde in Männedorf.

Riesige Freude bei André Becchio: Der Zumiker Künstler konnte mit seinem Konzept die Ausschreibung für Kunst am Bau der Kinderstation Brüschhalde gewinnen. In der akutpsychiatrischen ­Klinik sind Kinder zwischen 5 und 14 Jahren stationär untergebracht. Der Aufenthalt ist für die Kinder und deren Eltern oft ein Einschnitt ins gewohnte Leben. «Wenn die ­Probleme in der Schule, mit Gleichaltrigen oder innerhalb der Familie ein Ausmass angenommen haben, dass ambulante Massnahmen nicht mehr reichen, haben sich die Eltern oftmals mit einem Kopfentscheid für die Kinderstation entschieden», erklärt die Wettbewerbsausschreibung den Hintergrund. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass «der Bauch» oft eine andere Sprache spreche. Eltern und Kinder fürchten sich gleichermassen vor der Veränderung und hoffen auf eine Verbesserung. Nicht selten werden sie zum ersten Mal für längere Zeit getrennt. Ziel des Wettbewerbs der Männerdorfer Jugendpsychiatrie war es, für die Mädchen und Jungen ein Umfeld zu schaffen, das Geborgenheit, Vertrauen und Willkommenheissen vermittelt. Und genau das schaffen die drei verschiedenen Werke des bildenden Künstlers Becchio unter dem Titel «Das rote Nilpferd und seine Freunde».

Fische weisen den Weg

Da ist zunächst ein Fischschwarm mit zwölf silbernen Forellen, die das Wiesenbord hinauf zur Brüschhalde schwimmen, die Kinder empfangen und begleiten. Die Tiere stehen als Zeichen für Hoffnung und die Wende zum Positiven sowie für Glück und Gesundheit. Mit dieser positiven Energie sollen die Kinder und Eltern in der Brüschhalde empfangen und begleitet werden. Auf dem ganzen Areal werden die Kinder überdies an verschiedenen Orten Kaiserpinguine entdecken. Sie stehen für die Vielfalt der jungen Patienten. Die verschiedenen Erscheinungsweisen sollen die unterschiedlichen Charaktere und Stimmungen der Kinder ansprechen. Symbolisch steht der Pinguin für Gemeinschaft, Teamfähigkeit, Fürsorge und Ordnung. Das grösste Gewicht der Arbeiten hat aber – im wahrsten Sinne – ein rotes Nilpferd aus einem Mammutbaumstamm, das mit der Länge von fast vier Metern und mit einem Meter Höhe zufrieden auf dem Gelände schläft. «Die Skulptur ist bekletterbar, robust und in ihrer Aussage sowohl für jüngere, als auch für grössere Kinder begreifbar», urteilt die Wettbewerbs-Kommission.

Gutmütig und gemütlich

«Das Nilpferd ist eines der grössten Landsäugetiere und gilt im Volksmund als gutmütiger und gemütlicher Dickhäuter», erläutert der Künstler. Es mache damit nicht nur auf die Gelassenheit aufmerksam, sondern weise auch auf die Wichtigkeit der Standhaftigkeit im Flusse des Lebens hin. Doch André Becchio möchte noch einen Schritt weitergehen. Er kann sich gut vorstellen, ein Bilderbuch über «Das rote Nilpferd und seine Freunde» zu gestalten. «Das Buch könnte erzählen, wie das Nilpferd vom Okawango in die Brüschhalde gekommen ist und wo es alle seine Freunde kennengelernt hat», erzählt der Künstler. Diese Geschichte könnten die Betreuenden den Kindern vorlesen und die Skulpturen so noch lebendiger und vertrauter machen. (bms)

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