Zollikon

Aus Besuchern wurden Butler

Am Internationalen Museumstag konnte in Zollikon jeder in die Rolle eines Dienstleistenden schlüpfen und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

So richtig gerne scheinen die Zollikerinnen und Zolliker nicht in die Rolle eines Dienstmädchens oder eines Butlers zu schlüpfen: So war das Interesse am vergangenen Sonntag am Rollenwechsel im Museum eher gering. Dabei hatten sich Mirjam Bernegger und ihr Team sehr viel Mühe gegeben und Kreativität an den Tag gelebt, um den Internationalen Museumstag lebendig zu gestalten. Sie selber schlüpften in Gartenhose, Handschuhe und Schürze und führten durch die verschiedenen Stationen. In der aktuellen Ausstellung «Dienstmädchen, Nanny & Dogsitter» konnte ein Fähigkeitspass erworben werden. Zunächst wurde per Sofortbildkamera ein Bild geschossen, dann ging es an den Praxistest. Bei Lukas Staubmix konnten sich die Besucher am Staubwedel ausprobieren. «Und in so einem alten Haus hat es immer Spinnweben. Auch der Blütenstaub draussen muss verschwinden», forderte Museumsleiterin Mirjam Bernegger. Sie selber ging an dem Tag als Mirjam Blitzblank an den Start. Sie war für das Repräsentieren abdelegiert. Das klingt gemütlich. Doch ging es darum, das Silber zu polieren, den Tisch perfekt nach Knigge einzudecken und die Tücher sauber zu falten.

Ein Stempel pro Station

Vor der Tür agierte Darius Picobella. Mit Gartenschere und Harke rückte er den Sträuchern und dem Unkraut auf den Pelz. Zur Aufgabe zählte ebenso, die Gartenmöbel für den Sommer wieder startklar zu machen. Eva Glasklar war für die Aufgabe «Fenster putzen» verantwortlich. Natürlich sollten diese streifenfrei werden. An jeder Station konnten sich die Besucher ihren Stempel abholen, um am Ende den begehrten Pass zu erhalten. Dazu musste auch die Prüfung «Umsorgen» abgelegt werden. Diese umfasste nicht nur, dass ein Zvieri erstellt werden musste. Ebenso mussten die Hunde von Elisabeth Rundumsorgung ausgeführt und betreut werden. Natürlich stand den Gästen auch ein Besuch der Ausstellung offen, in der Hauspersonal einen Einblick in sein Arbeits- und Privatleben gibt.

Der nächste Programmpunkt im Rahmen der Ausstellung folgt am 12. Juni. Dann liest Nicole Billeter aus ihrem Buch «Wenn dein starker Arm es will». Im Mittelpunkt steht da der Generalstreik vor 100 Jahren am linken Zürichseeufer. Anhand eines Dienstmädchens und eines Fabrikpatrons werden Einblicke in ganz unterschiedliche Lebensrealitäten geboten. (bms)

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