Zollikon

Kenner, Künstler, Kinder

Grosse Aufmerksamkeit für kleine Werke. Zu sehen sind auch Video-Installationen, zarte Zeichnungen und skurrile Alltagsansichten. (Bild: bms)

An der Vernissage zu «Das kleine Format» wurde die Villa Meier-Severini zum eindeutigen «place to be».

Natürlich könnte man über die schillernden Velo­fahrer von Bruno Kiefer schreiben, die man fast keuchen hört. Man könnte schreiben über die Rustikalität von Heidi Lerchs Werken oder die Zartheit jener von Muriel Stern. Aber dann müssten noch 51 Künstler folgen und man käme aus dem Schreiben und Beschreiben gar nicht mehr heraus. Kurz: «Das kleine Format», das vergangene Woche in der Villa Meier-Severini eröffnet wurde, ist einmal mehr eine Wundertüte. Eine wundervolle Wundertüte. «small is big» ist dieses Jahr das Motto und Schulpräsidentin Corinne Hoss betonte in ihrer kurzweiligen Eröffnungsrede, wie «big» der Aufwand ist, den Andrea Pfitzer und ihr Team zu bewältigen hatten. Und «small ist auch long-term», so Corinne Hoss. Immerhin war es die 32. Auflage der Ausstellung. «Und die Erfinder wären stolz auf diese Schau», unterstrich die Schulpräsidentin. «Besonders schön ist für mich, dass eine Lehrerin aus Zollikon unter den Ausstellenden ist. Das zeigt, wie sehr das Format hier verwurzelt ist», schloss sie und forderte die Besucher auf, mindestens ein zweites Mal zu kommen, um die Werke auch im Detail geniessen zu können. Das war vielleicht das einzige Manko der Vernissage. «Das kleine Format» ist so sehr in Zollikon verwurzelt, dass es fast kein Durchkommen gab. Besonders die Treppe in das Obergeschoss wurde zum ­Nadelöhr. Das wurde zum Vorteil für Susann Dubs, deren Bilder «Schöner Abfall» im Aufgang besonders lange betrachtet werden konnten.

Zwei Rundgänge

Ein Rundgang zeigt, aus welchem Fundus die Kunst schöpfen kann. Da sind ganz sensible Installationen, fast brutale Gesichter, schüchterne Videos, überraschende Alltagsbilder, Farbenpracht und scheuer Kohlestrich. Jeder Besucher sollte es wie bei einem Besuch in einer Boutique halten: zwei Rundgänge in unterschiedlichen Richtungen. Sonst entgeht dem Auge zuviel. So spannend die ausgestellten Exponate, so spannend auch die Besucher am ersten Abend. Da waren die, die selber wie Kunstwerke gestylt zum Hingucker wurden, da gab es Kenner, die mit kritischem Blick von Werk zu Werk gingen. Da gab es die, die eher mit dem Rücken zu den Wänden den Austausch mit anderen suchten und den Apéro sichtlich genossen. Da gab es Kinder, die fasziniert durch die beiden Etagen gingen und Ehepaare, die sich gegenseitig auf die Besonderheiten hinwiesen.

Teilnahme auf Einladung

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass sich die Künstler nicht selber bewerben konnten, sondern von den Kuratoren eingeladen wurden. Eine Teilnahme am «Format» ist also zu einer Auszeichnung geworden. Eine Auszeichnung stellten natürlich auch die kleinen roten Punkte dar, die von den Helfern und Helferinnen, die mit Kaufverträgen unterwegs waren, verteilt wurden. Wer also mit dem Gedanken spielt, das eigene Heim mit kleinformatiger Kunst zu schmücken, sollte mit einem Besuch in der Villa nicht zu lange warten.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Februar 2019. Weitere Infos: www.daskleineformat.ch

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