Zumikon

«Bildung einer Stiftung ist schädlich»

Einstimmige Ergebnisse an der Kirchgemeindeversammlung in Zumikon ebnen den Weg in Richtung Fusion mit den 5+ Kooperationsgemeinden.

Es war ein knapper Antrag gewesen, der der reformierten Kirchenpflege Zumikon viel Arbeit brachte: Gustav Egli und Conrad Frey hatten im vergangenen Mai die Bildung einer Arbeitsgruppe gefordert, die abklären sollte, ob eine Stiftung für gemeinnützige Zwecke sinnvoll sei. Hintergrund war die Sorge, dass das gesamte Vermögen der Kirche in den Besitz der Kirchgemeinde 5+ übergehen würde. «Wir vor Ort hätten nicht mehr viel zu sagen, was mit dem Geerbten in Zumikon geschehen soll», hatte es im Antrag geheissen. Mit dieser Forderung hatte sich die Kirchenpflege unter Vorsitz des Präsidenten René Doldt auseinandergesetzt und auch Rücksprache mit dem Rechtsdienst der Landeskirche und der Bezirkskirchen­pflege gehalten. Das Ergebnis: Die Bildung einer Stiftung sei schädlich für das Gemeinwohl der Kirchgemeinde. «Indem das sogenannte Tafelsilber mit Gründung einer Stiftung beiseite geschafft wird, würden wir uns der Solidarität der Gemeinschaft 5+ entziehen und den weiteren Prozess der Zusammenarbeit unmöglich machen. Ein solcher Schritt käme der Kündigung einer Kooperation 5+ gleich», heisst es in der Stellungnahme der Kirchenpflege.

Seriöse Prüfung

René Doldt stellte den Prozess der Prüfung sehr detailliert vor. So wurde ersichtlich, dass die Kirche Zumikon – gäbe es eine Stiftung – selber über keine eigenen Mittel mehr verfügen würde und Anträge bei der Stiftung stellen müsste. Auf der anderen Seite betonte der Präsident, dass die Ängste, die hinter dem Antrag standen, sehr ernst genommen würden. «Wir wissen, dass sich die anderen vier Gemeinden von 5+ dieselben Fragen stellen. Auch hier gibt es ein Erbe und Bedürfnisse zu schützen», betont er in seiner ausführlichen Antwort. Einstimmig nahmen die 42 Stimmbeteiligten im Anschluss den Antrag zur Ablehnung der Arbeitsgruppe an. Angenommen wurde er auch von Gustav Egli. «Ich bin froh, dass unser Antrag so seriös geprüft wurde und die Einrichtung einer Stiftung zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig ist», unterstrich er. Schon zuvor hatte die Versammlung das Budget 2018 einstimmig angenommen, das einmal mehr sehr informativ von Beatrice Knop vorgestellt worden war. Sie freute sich, dass nach einem turbulenten ein ruhiges Jahr folgen soll. Die Ausgaben werden verstärkt in lebendige Gottesdienste und in den Bereich Spiritualität fliessen. Am 31. Dezember 2018 soll das Eigenkapital der reformierten Kirche bei 2.3 Millionen Franken liegen. Ein Fragezeichen steht dabei nur hinter dem Pfarrhaus. Eigentlich sollte das in das Finanzvermögen übergehen . Da bei der Gemeinde aber ein Rekurs gegen den Schutzvertrag eingegangen ist, muss nun das Baurekursgericht tätig werden. Wann mit einem Entscheid zu rechnen ist, ist nicht absehbar. Nicht absehbar war auch, wie viel Mehrkosten Umbau- und Renovierungsarbeiten rund um die Kirche in diesem Jahr verursachten. Die gute Nachricht: Diese Arbeiten fallen so schnell nicht wieder an. Mit Blick auf die Kirchgemeinde 5+ konnte René Doldt erklären, dass zurzeit drei mögliche Rechtsformen für die Zusammenarbeit evaluiert werden, die am 3. Februar 2018 der Kirchgemeinde vorgestellt werden.  Zum Abschluss der Versammlung hatte der Präsident noch drei Blumensträusse zu verteilen: Verabschiedet wurden Brigitte Schenker als stellvertretende Sigristin und Maya Zimmermann als Sekretärin, begrüsst wurde Monica Kindlimann als neue stellvertretende Sigristin. Beim anschliessenden Apéro machte René Doldt auch Werbung für ein Engagement in der Kirchenpflege. So stehen im kommenden April Wahlen an und noch gibt es nicht so viele Bewerber wie zu vergebende Ämter. (bms)

 

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