Zollikon

Fohrbach bis Mai geschlossen

Wasserratten müssen sich weiter gedulden: Das Schwimmbad Fohrbach wird voraussichtlich erst am 1. Mai wiedereröffnet.


«Eine Herkulesaufgabe» – Frank Neuhäuser steht vor dem Schwimmbad, das zurzeit wie eine Grossbaustelle daherkommt. Dort, wo täglich 750 Schwimmfreudige ein- und ausgingen, geben sich seit drei Wochen Versicherungs- und Reinigungsexperten, Architekten, Ingenieure und Gemeindeangestellte die Klinke in die Hand. Seit in der Nacht auf den 18. Februar ein Feuer aufgrund eines technischen Defekts in der Cafeteria ausgebrochen ist, das mehrere hunderttausend Franken Sachschaden verursacht hat (Zolliker Zumiker Bote vom 24.2.), steht der Abteilungsleiter Sicherheit und Umwelt im Dauereinsatz. Die angestrebte Wiedereröffnung im April wurde neu auf den 1. Mai verschoben, wie die Gemeinde anfangs Woche mitteilte. «Sportlich ist auch dieser Termin», sagt Frank Neuhäuser und macht keinen Hehl daraus: Zu tun gibt es noch einiges.

Die starke Rauchentwicklung macht eine umfassende Spezialreinigung nötig. In den ersten Tagen seien über 30 Reinigungsarbeiter im Einsatz gestanden. Die Schalldecke im Eingangsbereich und der Cafeteria muss vollständig heruntergespitzt werden, erst danach kann die Küche herausgerissen und der Empfang samt Cafeteria komplett ersetzt werden. «Noch schlimmer wäre es gewesen, wenn auch die Holzdecke in der Schwimmhalle durch die Russ- und Hitzeentwicklung stark beschädigt worden wäre», ein Abbruch dieser hätte eine Schliessung der gesamten Anlage für mehrere Monate bedeutet. Diese Befürchtung sei aber zum Glück nicht eingetreten, Decke und Lüftungssystem könnten mit der Spezialreinigung wieder instand gestellt werden. Auf Trab hält den Abteilungsleiter und sein Team aber auch die Technik. Der sich nur wenige Meter neben dem Eingangsbereich befindende IT-Serverraum war ebenfalls komplett mit Russ belegt. «Ohne diese Infrastruktur ist kein Badbetrieb möglich», denn mit der Technik wird nicht nur die Kasse, sondern auch die gesamte Badwassertechnik sowie Heizung, Lüftung und Klima gesteuert. «Während Reinigungsarbeiten relativ gut planbar sind, sieht dies beim technischen Bereich etwas anders aus», sagt Frank Neuhäuser. Im Moment liefen Abklärungen, den neuen Server nicht mehr vor Ort unterzubringen, sondern – wie dies auch beim neuen Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain der Fall ist – virtuell im Gemeindehaus. Dafür brauche es aber ein Glasfaserkabel, dessen Verlegung zurzeit geprüft werde.

Reinigung, Revision, Sanierung

Der Betrieb darf erst wieder aufgenommen werden, wenn die Schadstoffbelastung in der Luft die Grenzwerte nicht mehr übersteigt. Zu gewissen Einschränkungen wird es dann gemäss Frank Neuhäuser aber auch dann noch kommen. «Vielleicht werden noch einzelne Becken gesperrt sein oder es müssen kleine Umwege im Bad in Kauf genommen werden.» Noch nicht fertiggestellt sein werden die Cafeteria und die Kasse, für sie wird ein Provisorium eingerichtet. Keinen direkten Einfluss hätten die Reinigungs- und Instandstellungsarbeiten auf die jährliche Revision, die planmässig seit dieser Woche bis Anfang April stattfindet. Die verschiedenen Arbeiten müssten aber sorgfältig aufeinander abgestimmt werden und dieser ­Koordinationsaufwand sei nicht zu unterschätzen. «Es kommt praktisch jeden Tag noch etwas Neues dazu», kurzfristige Anpassungen und Verschiebungen einzelner Arbeiten seien an der Tagesordnung, sagt Frank Neuhäuser, «halt tatsächlich so wie auf einer Grossbaustelle». Den Eindruck einer solchen verstärkt auch die Sanierung der Gruppengarderoben und der Sauna, die ebenfalls planmässig seit März über die Bühne gehen. Auf sie habe der Brand keinen Einfluss, der Zeitplan der Wiedereröffnung im November sollte laut Gemeinde eingehalten werden können. Wie hoch Brandschaden und Sanierungskosten ausfallen werden, kann Frank Neuhäuser derzeit noch nicht beziffern. Bis Genaueres gesagt werden kann, werde es noch einige Wochen dauern. «Wir sind dabei, Offerten einzuholen.» Alle Abonnements werden um die Dauer der Betriebsschliessung verlängert. Trotz Herkulesaufgabe: Dem 1. Mai schaut Frank Neuhäuser optimistisch entgegen. «Wir geben alles, um das Fohrbach dann wieder offen zu haben.» Und steht ihnen Petrus zur Seite, fällt die Wiedereröffnung ja vielleicht sogar mit dem Start der Freibadsaison zusammen. (mmw)

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