Zollikon Zumikon

Die Kirche auf Tournee

Mit einer Informationsreihe zur Kirchen-Kooperation Fünf Plus wird für den Wandel geworben und der Puls vor Ort gefühlt.

Sie haben anstrengende Tage hinter und noch vor sich – die Präsidenten der reformierten Kirchenpflegen. Sie sind auf Tournee, um für die Kirchgemeinde Fünf Plus zu werben. Zum Auftakt ging es nach Erlenbach, am vergangenen Montag weiter nach Zumikon, am Mittwoch war das «Wahlkampf-Team» in Zollikon zu Gast. Herrliberg und Küsnacht folgen noch. Die Präsidenten samt Pfarrpersonen möchten ihren Mitgliedern die Chancen und Visionen der angestrebten Zusammenarbeit nahe legen und dafür werben. René Doldt, Präsident der Zumiker Kirchenpflege, formulierte es mit Aristoteles: «Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.» Kurz informierte er über die Geschichte und die Hinter­gründe der geplanten Zusammenarbeit. Am Anfang war schlicht die Aufforderung des Kirchenrates: Schliesst euch zusammen. Vorsichtige Annäherungen folgten, viele Gespräche und zwei grosse gemeinsame Gottesdienste. «Wir möchten Synergien sowie finanzielle und personelle Ressourcen optimal ­nutzen und gleichzeitig eine Qualitätssteigerung des Angebots erreichen.» Dass diese Ziele nicht überall spontan auf Zustimmung stossen, weiss das Steuergremium. «Der Mensch mag den Status quo, er scheut Veränderungen», erklärte der Zolliker Pfarrer Simon Gebs und fuhr leidenschaftlich fort: «Reformation ist auch immer Kommunikation und das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden.» Und ganz konkret ging es dann um die Taten.

Tut etwas Tapferes

In drei Arbeitsgruppen unter der Leitung von René Doldt, Hanni ­Rüegg (Zollikon) und Max Heber­lein (Küsnacht) konnten die Interessierten ihre Fragen stellen. Müssen die Kinder aus Zumikon vielleicht irgendwann nach Zollikon in den Konfirmanden-Unterricht? Gibt es überhaupt noch einen Dorfpfarrer? Gibt es in Zukunft nur noch ein zentrales Gemeindebüro? Die Angst ­vor dem Zusammenschluss war eindeutig zu spüren und geduldig versuchten die Vertreter der Kirchenpflege diese zu nehmen. «Wir werden die Verankerung vor Ort niemals preisgeben. Das wäre fahrlässig», betonte Simon Gebs. Er argumentierte mit dem Zwingli-Zitat aus dem Grossmünster: «Tut um Gottes Willen etwas Tapferes.» Die Gesellschaft sei im Wandel, und diesem müsse auch die Kirche folgen, so das Credo des Abends. Die Kirchenpflege in Zumikon wird angesichts von knapp zwanzig Besuchern über die Resonanz anfangs enttäuscht gewesen sein. Doch im Laufe des Abends gelang es wirklich, eine rege Diskussion mit vielen Aspekten zu ent­fachen. Sollte die Kirche nicht auch Facebook und Twitter nutzen? Wie können Fahrgemeinschaften verlässlich organisiert werden? Haben wir als Kooperation innerhalb der Kirche ein wichtigeres Wort? Seite um Seite wurde auf den Flipcharts gefüllt. Wenn am 15. März die Tournee in Küsnacht endet, wird es einen enormen Fundus an Fragen, Ideen und Wünschen geben. Schon jetzt steht der nächste Termin der Bewegung Fünf plus fest: Die Arbeitsgruppe «Kirchenmusik» wird am 31. März in Herrliberg und am 2. April in Zumikon die Bach-Kantate «Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu Dir» präsentieren. (bms)

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