«Ein einfaches Leben» von Min Jin Lee

Buchtipp von Christa Eichin, Bibliothekarin Zollikon

Ein Familienepos über koreanische Einwanderer in Japan.

Sunja, die Tochter eines Fischers, der mit seiner Frau ein Logierhaus in der koreanischen Hafenstadt Busan führt, wird von Hansu, einem verheirateten Geschäftsmann aus Japan schwanger. Hansu bietet ihr an, gerne für sie als Zweitfamilie zu sorgen. Sunja aber, verletzt und entsetzt darüber, dass sie sich leichtgläubig und unwissentlich mit einem verheirateten Mann eingelassen hat, verlässt zusammen mit Isak, einem Logiergast, Korea. Bevor sie nach Japan aufbrechen, heiraten sie.

In Osaka, zusammen mit ihren beiden Söhnen Noa und Mozasu sowie Isaks Bruder und dessen Frau, leben alle in einem koreanischen Getto auf engstem Raum. Geld und Arbeit sind knapp, ein täglicher Kampf. Einzig Bildung oder das Arbeiten in kontrollierten Spielhallen und Restaurants bietet einen Weg aus der Armut, da koreanische Einwanderer in Japan als Menschen zweiter Klasse ­gelten. Viele Schicksalsschläge, Entbehrungen und harte Arbeit nehmen alle auf sich, um Noa ein Studium zu ermöglichen. Zudem vermittelt und lenkt Hansu, der biologische Vater von Noa, immer wieder aus dem Hintergrund und sorgt für den Schutz und das Überleben der ganzen Familie während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Noa weiss noch nicht, dass er einen japanischen Vater hat...


Die Familiengeschichte, die sich über einen Zeitraum von gut 80 Jahren erstreckt, zeigt, wie schwierig es für Koreaner war, in Japan zu leben. Weder konnten sie nach Korea zurück, in ein Land, das in der Zwischenzeit geteilt wurde, noch die japanische Staatsangehörigkeit erlangen, da viele Koreaner es als schändlich betrachteten, die Bürgerrechte des ehemaligen Besetzers zu erwerben. Sie erzählt auch von koreanischen Jungs, die sich von ­Dächern stürzen, weil Schulkameraden sie hänseln. Von jungen Vätern, die sich erschiessen, bevor ihre Ehefrau, ihre Kinder, ihre Arbeitgeber herausfinden, dass sie keine Japaner sind.

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