«Die kleinen Wunder von ­Mayfair» von Robert Dinsdale

Buchtipp von Barbara Hugi-­Jung, Bibliothekarin Zumikon

London im Jahr 1906. Die fünfzehnjährige Cathy ist schwanger und will ihr Kind nicht, wie von den Eltern verlangt, weggeben. Aber was tun?

«Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.» Diese Worte der Zeitungsannonce ziehen Cathy förmlich an und so macht sie sich ganz allein auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, riesige Bäume aus Pappmaché, fröhlich flatternde Vögel aus Pfeifenreinigern und Sirius, den Patchwork-Hund. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben.

Einige Zeit geht alles gut, doch dann wird ­Cathys Schwangerschaft von Kaspar, dem älteren Sohn des Hauses, entdeckt. Die beiden verlieben sich und Kaspar versteckt Cathy in einem Spielzeughaus, das von innen viel grösser ist, als es von aussen wirkt. Hier bleibt Cathy auch nach dem weihnachtlichen Verkaufsrausch. Sobald die ersten Schneeglöckchen blühen, schliesst Papa Jacks Emporium seine Pforten und Papa Jack und seine Söhne Kaspar und Emil widmen sich wieder ihren Erfindungen für die nächste Saison, bis der erste Frost zurückkommt.

Mit Cathy ist es wie mit den Erfindungen der rivalisierenden Brüder. Auch Emil möchte Cathy erobern. Er befindet sich im stetigen Wettbewerb mit seinem älteren Bruder, doch Emil scheint die wahre Magie zu fehlen. Und als der Erste Weltkrieg ausbricht, Kaspar in den Krieg zieht und die Familie auseinandergerissen wird, droht das Emporium seinen Zauber zu verlieren.

Ein aussergewöhnlicher Roman, definitiv ein Buch, das man nicht so schnell wieder vergisst. Und das Ende gleicht so manche Länge wieder aus. Aber Vorsicht! Man sollte sich auf die Reise in eine zauberhafte Welt voll lebendigen Spielzeugs einlassen können.

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